Fall Mollath
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Der Fall Mollath, Spiegel Online und der nordbayerische Kurier

SPON ist auffällig zurückhaltend was die Berichterstattung zum so genannten Fall Mollath anbelangt. Ansonsten ist das ehemalige Nachrichtenmagazin nicht gerade für seine seriöse und zurückhaltende Publikationspraxis bekannt. Die Boulevardisierung des Online-Meinungs-Portals schreitet voran und gerade deshalb ist es erstaunlich, dass der mögliche Justiz-, Psychiatrie- und Politskandal auf SPON kaum eine Rolle spielt. Als eines der meistgelesenen oder besser meist angeklickten deutschsprachigen „Nachrichten“-Portale im Internet verwundert es umso mehr, warum dieses polarisierende Thema nicht zum „Klick-Magneten“ gemacht wird.

Neben der schlichten Erwähnung neuerer Sachverhalte finden sich kaum recherchierte Hintergrundartikel. Und auch die für SPON so typischen Vermischungen von Meinung, Behauptung, Agenturmeldung und Public Relation in einem Infotainment-Produkt sind rar. Ausnahme bildeten vor allem zwei Artikel von Beate Lakotta, die ich hier und hier kommentiert habe. Mittlerweile hat sich in dem Fall viel Neues ergeben. Zu den Sachverhalten kann man am Besten auf http://www.gustl-for-help.de/ und bei http://gabrielewolff.wordpress.com/ mit der Recherche beginnen.

Nun hat SPON pünktlich zum Aussagetermin Mollaths vorm bayerischen Untersuchungsausschuss einen neuen Artikel publiziert. Der Artikel ist von hen/BL, und es erscheint naheliegend BL mit Beate Lakotta zu identifizieren, auch wenn sie nicht im Impressum bei SPON geführt wird. Der Artikel geht hauptsächlich auf ein Gespräch der Ex-Frau von Mollath mit dem „nordbayerischen Kurier“ zurück, welches leider nur gegen Gebühr zu lesen ist.

Hier soll es aber auch (wieder) weniger um die Fakten gehen, als um die Art und Weise der Berichterstattung seitens SPON, die man vorsichtig als tendenziös bezeichnen könnte.

„Mollath selbst sieht sich als Opfer der Justiz.“

Das ist natürlich völlig richtig. Aber müsste ein zumindest ansatzweise objektiver Artikel nicht versuchen darzustellen, dass dies nicht nur Mollath selbst so sieht, sondern eben auch unzählige andere Menschen in Deutschland, darunter nicht gerade wenige Rechtsexperten und Psychiater? Müsste hier nicht erwähnt werden, dass es hier zu einem absoluten Ausnahmefall gekommen ist, bei dem die Staatsanwaltschaft selbst einen Wiederaufnahmeantrag gestellt hat? Erwähnt man all dies nicht und verbleibt dabei, dass ja nur Mollath sich selbst als Opfer sieht, versucht man (wenig subtil) eine Gefühlsbereitschaft beim Leser zu erzeugen. Dahinter steckt das unausgesprochene Vorurteil, dass ja jeder Wahnsinnige sich selbstverständlich als Opfer der Justiz sehen würde.

„Die Frau wiederum hatte Mollath Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Diese Anschuldigungen von Petra M. führten dazu, dass das Landgericht Nürnberg-Fürth Mollath 2006 schuldunfähig sprach und wegen angeblicher Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie einwies.“

Um nicht schlichtweg zu verurteilen, muss hier erwähnt werden, dass SPON bzw. Lakotta und Hengst hier immerhin ein „angeblich“ eingefügt haben und somit zumindest andeuten, dass möglicherweise diese behauptete Gemeingefährlichkeit nicht unbedingt auch eine tatsächliche ist.

„Teile von Mollaths Anschuldigungen stellten sich später aber als berechtigt heraus, der Fall des Mannes gilt seitdem bei Kritikern als Beispiel für richterliches Versagen.“

Das ist eine völlig unzulässige Verkürzung und scheint eine Motivlage der Artikel bei SPON zu offenbaren. Es gilt keineswegs als richterliches Versagen. Vielmehr gilt es als ein Justizskandal, in dem nicht nur ein Richter eine bedenkliche Rolle gespielt hat. Aber der Fall gilt auch durchaus als Politskandal, da mindestens die Justizministerin Bayerns keine rühmliche Figur abgibt. Und er kann auch als Medienskandal rezipiert werden. Denn offensichtlich gibt es ein Netzwerk der Macht, dass sich einer gewogenen Berichterstattung sicher sein kann. Dazu gehört nicht zuletzt Spiegel Online. Sicherlich ist dies kein neues Phänomen und sicherlich ist es kein Phänomen von SPON. Politik und Wirtschaft haben sich schon immer Haus- und Hofberichterstatter gehalten. Und es gibt immer genügend Journalisten, die sich als sekundäre Eliten im Prestige der „wirklich Mächtigen“ sonnen wollen. Man kennt sich eben auch privat. Und man teilt auch nicht selten die gleichen Werte, Ideologien und Phantasien. Zum Beispiel die Phantasie eines unfehlbaren Rechtsstaates. Einer Politikelite, die niemals korrumpiert wird und einer Wirtschaftselite, die ihren monetären Gewinn nur allzu gerne in Form von Steuern zum Wohle der Allgemeinheit abführt. Sollte diesem Phantasiebild der Realität etwas widersprechen wird es – wehret den Anfängen – brutal zu Recht gewiesen. Sofort greifen die Räder des Machtwerks ineinander. Die Wirtschaftselite hält Informationen zurück und regelt alles „intern“. Die Politikelite deckelt die Informationen und stützt die bisherigen Entscheider. Währenddessen wird Anklage erhoben, psychiatrisiert und manipuliert. Für jedes einzelne Rädchen im Räderwerk der Macht ist es lediglich eine kleine Drehung. Nichts Illegales. Keine Straftat. Alles im Rahmen. Ein Gutachten wie so viele. Nicht gelogen – aber eben auch nicht ganz die Wahrheit. Ging halt nicht anders. Ein Gerichtsurteil – nicht Recht gebeugt, nur nicht ganz bei der Sache gewesen. Man kannte den Fall vielleicht schon von den rotierenden Freundschaften und war wohl etwas voreingenommen. So was passiert. Ist menschlich. Und im Normalfall kommt es eh nie raus. Und damit das auch so bleibt, sorgen die Freunde von der vierten Gewalt für das richtige Maß an Berichterstattung, nämlich keiner; oder einer schlichten Public Relation bzw. Propaganda.

„Petra M. bestreitet laut dem „Nordbayerischen Kurier“ jetzt unter anderem die Aussage Mollaths, er habe sich bei Streitereien des Paares lediglich gewehrt, wenn seine damalige Frau dabei auf ihn losgegangen sei: „Ich habe ihn nicht angegriffen“, sagte demnach Petra M. Sie habe damals 54 Kilogramm gewogen, Mollath dagegen mehr als 90. Immer wieder habe sie von den Schlägen ihres Mannes blaue Flecken gehabt.“

Der Artikel im Kurier ist mit knapp 2.500 Wörtern (etwa 16.000 Zeichen) recht lang und enthält so manche (Des-)Information. Da der SPON-Artikel vordergründig ja lediglich eine Wiedergabe des Artikels aus dem Kurier ist, ist es natürlich von Belang welche Informationen SPON auswählt, um sie seinen Lesern zu präsentieren. Und so erhält man also die Behauptung der Ex-Frau und damit also der Anklägerin, sie habe nie angefangen. Es ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn man hier erst einmal eine Schutzbehauptung vermutet. Zumal die Begründung, nämlich das Körpergewicht der Involvierten, eine erheblich irrelevante ist. Das Gewicht sagt nichts über die Fähigkeit anzugreifen aus. Es sagt eventuell etwas über die Wirkungsmächtigkeit aus, aber nicht über die Gelegenheit oder gar das Motiv. Eine gute und glaubwürdige Begründung sieht jedenfalls anders aus. Nichts desto trotz, weiß SPON natürlich auch, dass das der Kern der Psychiatrisierung Mollaths ist und weiterhin sein wird. Wie gefährlich ist Gustl Mollath?

 „Inzwischen wurde im Zuge des Wiederaufnahmeverfahrens der Staatsanwaltschaft Regensburg eine neue Zeugin vernommen. Nach SPIEGEL-Informationen erklärte die Frau, eine alte Freundin von Petra M., dass Mollath seine damalige Frau bereits in den achtziger Jahren geschlagen habe.“

SPIEGEL hat mal wieder Insiderinformationen. Leider kann man die nicht verifizieren und muss sie einfach glauben – wie so oft bei SPIEGEL und SPON. Das ehemalige Nachrichtenmagazin entwickelt sich zu einer Heiligen Schrift an die man glauben muss. Zumindest haben wir hier also eine mögliche neue Information. Mollath war bereits vor 30 Jahren gewalttätig. Und es gibt eine alte Freundin und neue Zeugin, die das „bestätigen“ kann. Wo war die eigentlich bisher?

„Die Zeugin sagte außerdem, dass sie in einem Fall selbst von Mollath bedrängt worden sei, nachdem sich Mollaths Frau in die Wohnung der Freundin geflüchtet hatte.“

Das ist wichtig, denn hier geht es über die Gefährlichkeit gegen eine bestimmte Person hinaus. Allerdings, was bedeutet: bedrängt? Wenn SPIEGEL doch Insiderinformationen vorliegen, wäre doch die Art und Weise des Bedrängens durchaus relevant gewesen. Warum wird darauf nicht näher eingegangen? Es bleibt der Eindruck, dass wieder einmal lediglich diffus das Gefühl der Gefährlichkeit erzeugt werden soll. Am Ende des Artikels wird man sich zwar nicht mehr so genau an die Details erinnern, aber dass der Mann gefährlich ist, das weiß man ab jetzt, das bleibt hängen. So funktioniert Werbung, so funktioniert Propaganda.

„Sie bestreitet auch, dass zwischen ihr und ihrem Ex-Mann jemals Schwarzgeld ein Thema gewesen sei. Davon habe er erst gesprochen, nachdem sie ihn verlassen hatte.“

Das scheint eine famose Zeugin zu sein. Nicht nur, dass sie alle relevanten Gewalttätigkeiten bezeugen kann, sie weiß sogar worüber das Ehepaar gesprochen hat. Das muss eine sehr, sehr gute Freundin gewesen sein, die dermaßen häufig bei dem Ehepaar anwesend gewesen sein muss. Dass diese Behauptung in ihrem Absolutismus („jemals“)  völlig unhaltbar ist, weiß SPON natürlich auch. Und dennoch, man kann es ja erstmal behaupten. Man berichtet ja nur.

„Petra M. wehrt sich auch gegen die Behauptung eines Freundes von Mollath, sie habe ein Gespräch mit ihm mit folgendem Satz beendet: „Wenn Gustl seine Klappe hält, kann er 500.000 Euro von seinem Vermögen behalten, das ist mein letztes Wort.“ Laut dem Zeitungsbericht sagte Petra M. dazu: „Von welchem Vermögen Mollaths hätte ich das bezahlen sollen?“ Mollath sei völlig überschuldet gewesen.“

Beschwert sie sich nun das Gespräch so beendet zu haben oder das Gespräch jemals geführt zu haben? Laut nordbayerischen Kurier hat sie nie angerufen. Das ist ja nun ein etwas anderer Sachverhalt als oben von SPON beschrieben. Zumal das Argument wieder sehr schwach ist. War das als ernstgemeintes Angebot gedacht oder war das nicht vielmehr eine Drohung? Sollte das nicht im Sinne eines Schweigegeldes angeboten werden? Welche Rolle spielt es dabei, ob es sich tatsächlich um Mollaths Vermögen handelt oder nicht?

„Die Ex-Frau Mollaths stellt zudem die Rolle von Edward Braun in Frage, der als Freund Mollaths gilt und dessen Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft Regensburg von zentraler Bedeutung für deren Wiederaufnahmeverfahren ist. „Wenn Gustl mich und meine Bank anzeigt, mache ich ihn fertig“ – dies sagte ihm Petra M. in einem Telefonat im Mai 2002, so Braun. Dazu sagte jetzt Petra M.: „Warum hätte ich drohen sollen, ich war endlich weg.“

Und natürlich wird auch pünktlich zur Aussage Edward Brauns vorm Untersuchungsausschuss dessen Glaubwürdigkeit in Frage gestellt. Und auch hier ist das Argument wieder überraschend schwach.

„Warum hätte ich drohen sollen, ich war endlich weg.“

Vielleicht weil Mollath mit einem Strafantrag gedroht hatte?

„Der jüngste Vorstoß von Petra M. dürfte auch eine Rolle im Mollath- Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags spielen – dort wird an diesem Dienstag Mollath selbst erwartet. Nach dem Auftritt des 56-Jährigen wird auch Edward Braun als Zeuge vernommen.“

Ja, das könnte wohl eine Rolle spielen. Gut, dass Frau Lakotta und Herr Hengst gerade noch rechtzeitig einen Artikel platzieren konnten.

Um das Bild abzurunden und mal eine echte neue Information aus dem nordbayerischen Kurier zu zitieren:

Der folgende Abschnitt hat sich dank der Hinweise einiger Leser als falsch herausgestellt (siehe Hinweise in den Kommentaren). Im Sinne einer Nachvollziehbarkeit und Authentizität des ursprünglichen Textes bleibt der Abschnitt aber erhalten.

„Tags darauf, am 31. Mai, sei sie [Petra M.] in Mollaths Haus gewesen und habe sich ihre Kleidung holen wollen. An diesem Tag habe er sie attackiert und die Zimmertür versperrt – bis ihre jetzige Schwägerin zu Hilfe kam. Mollath bestreitet dies bis heute. Die Schwägerin blieb den Tag über bei ihr. „Petra war nicht in der Verfassung zu drohen“, sagt sie.“

Das wiederum finde ich ist eine hochinteressante Information, die SPON durchaus hätte bringen können. Angeblich lernt Petra M. ihren neuen Mann erst Monate nach der Trennung in Berlin richtig kennen.

„Sie kannte ihren neuen Partner Martin M. schon vor der Trennung von Mollath. Vom Sehen. „Wir waren Kollegen“, sagt er. Allerdings in anderen Abteilungen der Bank. Mehrere Monate nach der Trennung von Mollath traf sie sich zum ersten Mal mit ihm – in Berlin. Erst da funkte es. Und Mollath war kein Thema mehr. „Wir waren verliebt.“

Also man lernt sich erst Monate nach der Trennung in Berlin kennen. Wo beide nun rein zufällig leben, oder wie? Vorher hatte man sich nur gesehen. Andere Abteilungen, man kennt das ja. Nur; wieso kommt dann am 31. Mai ihre jetzige Schwägerin zu Hilfe? Waren die etwa gut befreundet? Und dann kannte sie den Bruder ihrer Freundin nur vom Sehen, weil er in einer anderen Abteilung ihrer Bank arbeitete? Oder waren die alle vielleicht doch etwas enger befreundet? Mindestens genauso glaubwürdig ist es von einer Affäre der Arbeitskollegen zu Lasten der Ehe auszugehen. So oder so. Hier besteht ein großes Glaubwürdigkeitsproblem von Petra M. und das besteht schon länger.

„Insgesamt ist anzumerken, dass sich Frau M. wenig kooperativ zeigte. So bestand sie jeweils darauf, ihr alle Fragen schriftlich vorzulegen, um juristisch prüfen zu lassen, ob sie diese überhaupt beantworten muss. Erst nach intensiven Gesprächen zeigte sie sich überhaupt bereit, einen Teil unserer Fragen zu beantworten.“ (Sonderrevisionsbericht HypoVereinsbank, S. 6)

Das Fazit gilt nach wie vor:

Die Platzierung der „Neuigkeiten“ und der Aussagen von Petra M. sowohl zeitlich (am Tag der Aussagen vor dem Untersuchungsausschuss) als auch lokal (nordbayerischer Kurier) deuten doch eher auf einen „gekonnten“ Spin hin. Begierig aufgenommen, von den Helfershelfern bei SPON.

11 Kommentare

    • Sascha Pommrenke sagt

      Danke für den Hinweis!
      Ändert natürlich die Spekulation am Ende des Artikels.

      • Sascha Pommrenke sagt

        Andererseits; ist das irgendwo nachlesbar? Ich stolpere über das „jetzige“ Schwägerin. Die Frau von Petra M.s Bruder wäre ja auch die damalige Schwägerin gewesen. Insofern ist die Hervorhebung „jetzige“ Fehl am Platz. Kann aber natürlich auch an den sprachlichen Fähigkeiten des Autors liegen.

        • Heinz Westenrieder sagt

          Die Schwägerin war damals die Freundin von Petra M.’s Bruder.

          Und die Schwägerin war damals Arzthelferin in de Praxis mit der ausgestellten unechten Urkunde, also dem (falschen) Attest.

          • Sascha Pommrenke sagt

            Ja, das mit der damaligen Freundin erklärt es. Hatte ich nicht in Betracht gezogen.
            Dass die Schwägerin allerdings ebenfalls in der entsprechenden Praxis tätig war, ist erschreckend.
            Ist die Schwägerin dann eine zusätzliche Person oder ist es dieselbe Person von der als „Freundin“ in der Praxis bisher geschrieben wurde? Denn Freundin und Schwägerin wären ja schon nochmal erhebliche Unterschiede was die Glaubwürdigkeit in Anbetracht eines so wichtigen „Dokumentes“ wie des Attestes anbetrifft.
            Bisher war ich davon ausgegangen, dass eine Freundin in der Praxis gearbeitet hat. Nicht eine Freundin, die dann noch Schwägerin wurde.

            • Arne sagt

              Hallo Sascha,

              sorry ich hatte gestern keine Umlaute etc. da ich nur ein Smartphone hatte und dieses nur rudimentär bedienen kann 🙂

              Die jetzige Schwägerin ist die Freundin des Bruders von PM gewesen. Gleichzeitig ist sie auch die Freundin, die die angebliche Freiheitsberaubung bezeugt hat. (obwohl sie nur 1,5 Stunden draußen gewesen sein soll)
              Gleichzeitig ist sie auch die Sprechstundenhilfe bei FRAU Dr. M. Reichel gewesen und heute beim Attestaussteller HERR M. Reichel angestellt.

              Ob sie auch die „neue Zeugin“ ist, die schon die angeblichen Schläge von GM an seine Mutter in den 80igern bzw. an PM in vorehelichen Zeiten bezeugen kann, weiß ich allerdings nicht. Wundern würde es mich aber nicht mehr!

              • Sascha Pommrenke sagt

                Vielen Dank!
                Das ist unfassbar. Der Fall wird immer absurder.
                Zu den neuen Infos aus dem nordbayerischen Kurier: Ja, wundern würde mich hier tatsächlich auch nichts mehr.

  1. susi@sorglos.de sagt

    Die Sache ist doch wohl juristisch eindeutig – Es gab und gibt keinerlie direkte unzweifelhafte Beweise für eine Gewalt Mollaths gegenüber seiner Frau oder sonst irgend jemanden – selbst wenn eine Arztpraxis Gewalteinwirkung feststellen würde, kann sie den Grund in Form des Täters nicht nachweisen! Es bleibt bei der derzeitigen und auch damaligen juristischen Sachlage eindeutig bei Aussage gegen Aussage,die im Zweifel in dubio pro zu urteilen war. Freispruch also,was den Vorwurf der „überführten Gemeingefährlichkeit“ angeht, auf die sich sozusagen ja das psychologische Gutachten stützte! Also eine dauerhafte Zwangsunterbringung ist bei Personen, die niemals einer allgemeinen Gefährlichkeit durch Gewalt gegen andere juristisch durch rechtskräftige Verurteilung überführt waren, vollkommen unmöglich, weil eine „zu erwartende“ Gefährlichkeit IMMER eine bereits vollzogene Gefährlichkeit vorraussetzt.
    Sprich Mollath konnte wegen fehlender Beweise einer Gewalt nicht psychologisch als „Gemeingefährlich“ gelten und juristisch damit auch nicht! Wesentlich verantwortlich für das entsprechende Fehlurteil ist doch also das nicht als fahrlässig falsch sondern vorsätzlich falsch gefertigte psychologische Gutachten überführt, denn ohne das hätte Brixner ja wirklich bei größter Rechtsbeugung nicht mehr zwangseinweisen können.
    Mir kommt die Rolle des Leipziger und seiner Klinik, die – empfinde ich als den größten Skandal – ja auch noch als Profiteur der Falschbewertung hervorgeht, da doch Mollath dort untergebracht ist, viele zu kurz!!Die Recherche sollte sich in dieser Person, seines Umfeldes und seiner Vergangenheit konzentrieren…
    Betrachtet man die neuen Tatsachen,das die „Freundin“ der ExFrau in der Gewalt attestierenden Praxis heute sogar deren Schwägerin ist, würde mich bei dem „Syndikat“ nicht mehr wundern, wenn Leipziger der Schwager oder Geliebte von Brixner war oder ist…

    • Sascha Pommrenke sagt

      Da ich kein Jurist bin, bin ich etwas vorsichtiger, was Eindeutigkeit betrifft. Ich denke, mit Strate hat Mollath nun den richtigen Anwalt an seiner Seite, so dass zumindest in diesem Bereich eine Klärung herbeigeführt werden wird.
      Allerdings, und da gebe ich abolut Recht, scheinen mir die Funktionen und Rollen der Gutachter noch nicht genügend gewürdigt zu sein. Ausgehend von Leipziger, aber auch Kröber in die Verantwortung nehmend, muss hier noch einiges aufgearbeitet werden.
      Mindestens genauso frappant finde ich, dass hier immer von absoluter Unfehlbakeit ausgegangen wird. Die Gutachter erscheinen unfehlbar und deswegen ist auch das Urteil korrekt. Dieser Absolutismus hat ja keine Entsprechung in der Realität. Nichts und niemand ist unfehlbar. Ein psychiatrischer Gutachter der an der eigenen Unfehlbarkeit festhält, trotz mannigfacher Hinweise, dass zumindest das ein oder andere nicht stimmen _könnte_, scheint mir selbst ein wenig zu sehr an einem „grandiosen Größen-Selbst“ zu leiden.

    • wschira sagt

      Eine weitere Merkwürdigkeit ist folgende: Wenn ich entsprechende Berichte richtig gelesen habe, ist bei der Scheidung die angebliche Gewalttätigkeit gar nicht zur Sprache gekommen. Wenn das stimmt, wäre das angesichts der sonstigen Aussagen dieser Petra M. sehr sonderbar.

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