Fall Mollath
Kommentare 13

Die Schande von Bayreuth – Der Fall Mollath und die Krisen-PR

Die „Schande von Bayreuth“1 hat dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen für die Affäre Mollath interessieren. Nur ist es mittlerweile nicht mehr so einfach, sich in den Fall einzulesen. Das liegt nicht daran, dass er so sonderlich komplex ist, das wird lediglich von interessierter Seite behauptet, denn damit lässt sich Expertenwissen als notwendig verkaufen. Ganz im Sinne des „Propagierens von Durchschnittlichkeit“ der „10 Strategien  der Manipulation“.

Möchte man mehr über die Zusammenhänge um Gustl Mollath erfahren, stößt man schnell auf die Beschwichtigungen, dass dies ja ein absoluter Einzelfall sei und ansonsten würde ja nur aus Wahlkampfgründen skandalisiert.

Strategie 8: Durchschnittlichkeit propagieren

„Hier gilt es, die richtige Haltung in den Menschen auszulösen, um die brisanten Informationen auf unfruchtbaren Boden fallen zu lassen: „Ihr seid durchschnittlich! Kümmert euch nicht um derart gehobene Probleme, das regeln andere! Es hat nichts mit eurem Lebensumfeld zu tun!““

Es ist nicht schwierig diese Art Manipulation bei einigen Leitmedien zu entdecken. Dort wird suggeriert, dass alles in Ordnung sei, man müsse sich keine Sorgen machen. Um diese Probleme kümmern sich Experten. Renommierte Psychiater haben die Gefährlichkeit Mollaths festgestellt, Gerichte überprüfen jährlich eben diese und auch ansonsten sind in Politik und Justiz ausschließlich Experten mit dem Fall betraut. Während Olaf Przybilla und Uwe Ritzer skandalisierend behaupten „es kann jedem passieren“, propagieren Entscheidungsträger Durchschnittlichkeit: Nein, das kann nicht jedem passieren. Glaubt uns, wir sind die Experten. Wir regeln das, es hat nichts mit eurem Lebensumfeld zu tun.

Medien und Informationen

Möchte man sich damit jedoch nicht zufrieden geben und dennoch mehr über den Fall erfahren, beginnt man am besten auf den Seiten, die ich u.a. hier erwähnt habe. Einen sehr guten Einstieg bekommt man auch durch diese Leseempfehlungen. Es ist also nicht die Komplexität des Falles, sondern der schiere Umfang der Berichte und Dokumente, der einen Einstieg erschwert. Wie Alexander Dill in telepolis verlauten ließ, bräuchte eine „echte Recherche zu Mollath […] 3-4 Wochen und verursache Kosten im höheren vierstelligen Bereich.“2 Dass dies nicht alle Medien gleichsam zu leisten vermögen, ist kaum der Erklärung wert. Fraglich wird das Ganze jedoch immer dann, wenn Journalisten der Meinung sind, sie müssten den Fall kommentieren. Wie kann man etwas kommentieren, dass man nicht ordentlich recherchiert hat? Dass das sehr wohl geht, lässt sich in verschiedenen Zeitungen und Onlineforen verfolgen. Aufgrund der Masse an Hintergrundinformationen, Meinungen aber auch Desinformationen und Public Relation ist es für interessierte Bürger kaum mehr möglich, sich eine eigene Meinung auf Grundlage der Fakten zu bilden. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass Journalisten hier ihrer Verantwortung nachkommen und nur das berichten, was sie auch belegen können.

Wenn die Presse von ihrem Recht, die Öffentlichkeit zu unterrichten, Gebrauch macht, ist sie zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung verpflichtet. Die Erfüllung dieser Wahrheitspflicht wird nach gesicherter Rechtsprechung schon um des Ehrenschutzes des Betroffenen willen gefordert (vgl. BGHZ 31,308 [312 f.]; BGHSt 4,338; BGH Lindenmaier/Möhring, Nr. 4 zu § 354 Abs. 1 StPO; BGH in NJW 1952 S.194). Sie ist zugleich in der Bedeutung der öffentlichen Meinungsbildung im Gesamtorganismus einer freiheitlichen Demokratie begründet. Nur dann, wenn der Leser – im Rahmen des Möglichen – zutreffend unterrichtet wird, kann sich die öffentliche Meinung richtig bilden. Die Presse ist daher um ihrer Aufgabe bei der öffentlichen Meinungsbildung willen gehalten, Nachrichten und Behauptungen, die sie weitergibt, auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.“ BVerfGE 12, 113 – Schmid-Spiegel | Quelle

Da schon Journalisten Schwierigkeiten haben, sich selber die entsprechenden Informationen anzueignen, entsteht ein Teufelskreis. Wenig informierte Journalisten informieren wenig informierte Bürger. Und da sich Journalisten selber bei anderen Journalisten informieren, informieren wenig informierte Journalisten auch noch wenig informierte Journalisten. Bedenklich wird es dann, wenn falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet werden. Im Fall Mollath sind das die immer wiederkehrenden 129 Reifen, von denen manche (je nach Medium beliebig viele) bei voller Fahrt (je nach Medium auf der Autobahn, bei bis zu 180 km/h) platzen (je nach Medium entweicht die Luft auch nur heimtückisch) und unzählige Menschenleben gefährdet haben. Es sind aber auch die Briefe, die zwar weitestgehend öffentlich zugänglich sind, aber dennoch kaum gelesen werden. So kann behauptet werden Mollath hätte eine Anzeige an Kofi Annan und den Papst geschickt. Oder man fabuliert, dass bereits die Briefe auf einen Wahnkranken deuten.

Public Relation und Journalismus

Es gibt noch unzählige Verzerrungen mehr, die es wert wären mal in einer Gegenüberstellung von Behauptung und Fakt dargestellt zu werden. Eine Aufgabe für Journalisten. Schade, dass keine Redaktion, diese zugegeben sehr aufwendige Arbeit, zu bezahlen bereit ist. Ohne diesen Rückbezug auf Fakten und ohne die Arbeit redlicher Journalisten wird der Fall zunehmend von PR-Profis beeinflusst.

PR ist Auftragskommunikation mit allen Mitteln, vorsätzlicher Auslassung von Fakten und mit vorgegebenen Zielen oder Werbebotschaften für Imagebildung und Produkt-Profilierung.“3

Im Regelfall haben die entsprechenden Stellen ihre Öffentlichkeitsarbeiter. Da werden Presseanfragen behandelt, Pressemitteilungen geschrieben, Reden formuliert und auch mal der ein oder andere „Fehler in der Kommunikation“ ausgebügelt. Normalerweise reichen also die Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter der Ministerien oder Verbände. Allerdings gibt es auch Ausnahmesituationen. Und in Krisenzeiten greifen die normalen Kommunikationsstrategien häufig nicht. Genau dies ist im Fall Gustl Mollath geschehen. Lange Zeit konnte das Justizministerium in Bayern die Deutungshoheit über den Fall in der Öffentlichkeit behaupten. Erst im November 2012 wird aus einer unangenehmen aber kontrollierten Geschichte eine unkontrollierte Krise. Die Süddeutsche Zeitung und Report Mainz berichten von dem internen Revisionsbericht der HypoVereinsbank. Ab diesem Moment bricht der Vorteil des monopolisierten Herrschaftswissens weg und jeder Interessierte kann sich selbst informieren und somit auch die Aussagen des Justizministeriums überprüfen. Was eigentlich eine erfreuliche, weil demokratische Entwicklung ist, wird allerdings auf Seiten politischer Entscheider als Machtverlust (Verlust der Deutungshoheit und somit der alleinigen Steuerungsfähigkeit) und deshalb als Krise erlebt.

Krisenkommunikation

Das Krisenmanagement für solch einen Fall scheint im Justizministerium in Bayern nicht zu existieren, weshalb man wochenlang kaum Einfluss auf die Berichterstattung nehmen kann. Auf Seite acht des Heftes „Krisenkommunikation. Leitfaden für Behörden und Unternehmen“ des Bundesministeriums des Innern wird die „Führungskrise“ explizit erwähnt. Absolut entscheidend zur Bewältigung der Krise ist die Krisenkommunikation.

Krisenkommunikation beinhaltet alle kommunikativen Aktivitäten, die im Zusammenhang mit einer Krisensituation durchgeführt werden, zur Verhinderung oder Begrenzung von Vertrauensverlust, Imageeinbußen usw. In der Praxis bedeutet Krisenkommunikation die klare Zuordnung von Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten sowie eine klare Kommunikationslinie für ein inhaltlich und argumentativ einheitliches Auftreten. Dazu bedarf es auch der Einigung darüber, wie Medien bei der Aufarbeitung der Krise eingebunden werden sollen.“ [Hervorhebung S.P., S. 14]

Die Einrichtung eines Krisenstabes und die Entwicklung einer Strategie hat ziemlich genau einen Monat gedauert. Am 13. November 2012 begann die Krise und am 13. Dezember 2012 beginnt die Krisenkommunikation. Bis dahin haben alle Medien mehr oder weniger neutral bzw. kritisch über den Fall berichtet, mit einem Hang zur Skandalisierung. Die beschleunigte Berichterstattung aufgrund immer neuer Informationen zum Justizskandal ebenso wie zum Psychiatrieskandal und auch zum Politikskandal scheinen die Krisen-PR-Profis anzutreiben.

Der Kampf um die Deutungshoheit

Am 13. Dezember erscheint bei Spiegel Online ein Artikel von Beate Lakotta „Fall Gustl Mollath: Warum der Justizskandal doch keiner ist“, den ich hier kommentiert habe. Überraschend daran ist, dass bis dahin Conny Neumann und Andreas Ulrich (später auch Björn Hengst) für den Spiegel/Spon über den Fall berichtet hatten. Nun ist es an Beate Lakotta eine völlig neue Sichtweise auf den Fall zu verbreiten. Für den Meinungspluralismus und somit natürlich auch für ein demokratisches Grundverständnis ist eine andere Perspektive auf einen Geschehenszusammenhang zu begrüßen. Doch wird hier nicht einfach eine andere Perspektive eingenommen, sondern es wird beeinflusst, interpretiert, spekuliert und verzerrt. Bei einer Codierung des Textes4 bin ich auf 21 „Verzerrungen durch Auslassungen von Fakten“ gekommen5, auf 18 „Manipulationen“6 und 19 Kommentierungen bzw. Interpretationen7 Dem stehen 16 Fakten gegenüber, die bereits in anderen Medien erwähnt wurden sowie 10 als neu zu identifizierende Fakten, die Beate Lakotta selbst recherchiert hat. Diese Boulevardisierung des Journalismus ist zwar nicht neu und auch nicht überraschend, aber er ist und bleibt unredlich.

Zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehören unter anderen:

  • Gründliche Recherche
  • Vollständigkeit der Informationen. Z.B. müssen bei einem Bericht über eine Straftat auch entlastende Hinweise genannt werden. Es ist nicht erlaubt durch Weglassungen eine Stimmung zu schüren.Quelle

Doch der Beitrag von Lakotta allein macht natürlich noch kein Krisenmanagement aus. Einen Tag später sind es Anita Blasberg, Kerstin Kohlenberg und Sabine Rückert von der Zeit, die einen ähnlichen Artikel, mit ähnlichem Duktus und gleicher Zielrichtung veröffentlichen: Ein Kranker wird Held8 Und noch einen Tag später, am 15. Dezember 2012, darf noch Patrick Guyton vom Tagesspiegel nachlegen: Verschwörungstheorien | Gustl Mollath: Der falsche Held. Und auch Susanne Stemmler möchte die offiziellen Verlautbarungen des Justizministeriums kommentierend verbreiten: Wer ist Gustl Mollath wirklich? Und alle gut orchestrierten Artikel folgen der zu diesem Zeitpunkt wichtigsten Verteidigungsstrategie:

In einem Rechtsstaat wird keiner willkürlich untergebracht, weil er Strafanzeige erstattet hat.“ Quelle

Das kann nur heißen: Mollath ist wahnsinnig und vielleicht ein tragischer Held, aber verrückt. Denn nur (gefährliche) Verrückte sind zu recht untergebracht.

Man kann hier in vivo verfolgen, wie Public Relation (PR) funktioniert.

Die gängigste Methode ist die Wiederholung.9

Es ist also unabdingbar, die eigene „Nachricht“ mehrmals zu platzieren. So kann man immer wieder hören, dass der Gustl eigentlich doch verrückt ist. Noch wirkungsvoller ist es, die PR breit zu streuen.

Der Erfolg der Meinungsmache stellt sich besonders dann ein, wenn die gleiche Botschaft aus unterschiedlichen Ecken kommt.“10

Es sind ausgewählte Zeitungen, ausgewählte Journalisten die bedient wurden. So kann man sicher gehen, dass die meinungsbildende bürgerliche Mittelschicht erreicht wird: Zeit und Spiegel. Der Tagesspiegel deckt die Hauptstadt ab und die Nürnberger Zeitung soll die lokale Deutungshoheit zurückgewinnen. Und das sind nur die Printmedien.

In dieser dunklen Disziplin gelten folgende Arbeitsprinzipien. PR-Spezialisten suchen sich professionelle Informanten, ‚ihre Journalisten’ und ‚ihr Medium’ aus. Der potentielle Wirkungshorizont einer ‚Geschichte’, die Mechanik ihrer Verwertung, die Garantie der Anonymität, langjähriges Vertrauen in einem Geschäft von „Geben und Nehmen“ sind nur einige Kriterien, die diese Zusammenarbeit prägen. Die Faustregel lautet: Je relevanter das Informanten-Material, umso gezielter wird das „passende Medium“ ausgesucht, das mit Sicherheit „Exklusivmeldungen“ (an nachrichtenarmen Wochenenden) generieren kann.11

Trotz dieser Bemühungen wollte die erste PR-Welle nicht so richtig funktionieren. Das liegt wohl zum einen daran, dass Gerhard Strate Dokumente zum Fall über das Internet zur Verfügung gestellt hat und zum anderen, dass sich unterschiedliche Fachleute des Falles angenommen haben und diesen kommentierend begleiten. Sehr schnell wurden dadurch „Fehler“ in der PR-Berichterstattung offen gelegt. Da diese Fehler bei gründlicher Recherche nicht aufgetreten wären, ist durchaus anzunehmen, dass die Artikel durch entsprechende „Dossiers“ oder ausführliche Pressemitteilungen initiiert waren.

Die misslungene Krisenkommunikation führte dazu, dass die meisten Medien wieder bzw. weiter kritisch über den Fall berichteten. Lediglich Beate Lakotta beherzigte eine Grundregel der Public Relation.

Wer Meinung machen will, ist gut beraten, affirmativ aufzutreten, also keine Zweifel aufkommen zu lassen an der Richtigkeit der eigenen Thesen, des eigenen Wegs, der eigenen Entscheidungen. Besonders wichtig ist das dann, wenn die Realität die eigene Linie nicht bestätigt. Man kommt dennoch damit durch, vorausgesetzt, man hat mächtige Verbündete.“12

Deshalb legte Lakotta im Print-Spiegel nach und beschimpfte die Schizo-Protestbürger. Hier konnte sie auch nachholen, was bisher fehlte: die Bezeichnung Mollaths als Helden. In Lakottas Artikeln sind alle Spins von Anfang an enthalten. Niemals wird ein normaler Bürger weggesperrt. Mollath ist geisteskrank und gefährlich. Die Psychiatrie trifft keine Schuld. Schuld ist sowieso nur einer, nämlich Mollath selber. Und die Masse ist hysterisch, ein Mob auf der Jagd nach Hexen. Seit diesen beiden Artikeln wird der Versuch Gegenstimmung zu erzeugen, genau mit diesen Themen versucht. Ob die PR-Profis nun bei Lakotta abschreiben oder ob Lakotta als erste die PR-Erzeugnisse erhalten hat, kann natürlich nicht geklärt werden. Vielleicht ist es ja auch einfach eine sehr seltene Synchronizität der Ereignisse. Sicher dürfte aber sein13, dass Lakotta eine erhebliche Nähe zur Psychiatrie bzw. zu namhaften Psychiatern aufweist. Ob man sie deshalb ausgewählt hat, als Lautsprecher der zu veröffentlichenden Meinung zu fungieren, oder ob sie aufgrund der habituellen Nähe von selbst auf die Idee gekommen ist, kann nur Lakotta beantworten.

Nachdem diese erste PR-Offensive nicht fruchtete, ließ man Lakotta allerdings hängen. Diese versuchte noch kurz sich larmoyant selbst zu verteidigen.

Perzeptionsmanagment

Da das Kind nun schon einmal in den Brunnen gefallen war, wurde das Krisenmanagement neu aufgestellt. Zwischendurch14 war es lediglich die Zeit, die den ein oder anderen Testballon startete. Und im April ist es Otto Lapp vom Nordbayerischen Kurier, der als „nützlicher Idiot“ in den Ring steigt.15

Ein Großteil des aktuellen Perzeptionsmanagements besteht neben klassischen PR-Techniken wie eigenen Pressekonferenzen vor allem in der indirekten subversiven Beeinflussung von Herausgebern, Senderchefs oder einzelner Journalisten.“16

Man möchte ergänzen: und der Beeinflussung von Chefreportern. Perzeptionsmanagement ist eine Sonderform der Public Relation bzw. der Propaganda. Es geht darum ein Thema zu besetzen. Es sollen die Wahrnehmungen und Deutungen, die Interpretationen von bereits vorhandenen Themen bestimmt werden. Dem Nordbayerischen Kurier gelingt dies am Anfang kaum. Außer einem infamen Artikel, der alle inhaltlichen Anzeichen der PR aufzeigt, war nichts aus Bayreuth zu vernehmen.17 Eine Zeitlang hat Otto Lapp das Monopol auf Klatsch und Tratsch, auf Gerüchte und auf die Boulevardisierung eines Skandals bei dem es um ein Menschenleben geht.

Strategie 6: Reflexionen durch Emotionen ersetzen

Gelohnt hat es sich für den Nordbayerischen Kurier und seinen Chefreporter Otto Lapp dennoch. Durch die klare Positionierung und die deutliche Anbiederung an den offiziell ausgegebenen Narrativ entschied sich Petra M. dem Bayreuther Lokalblatt ein Exklusivinterview zu geben.18 Inhaltlich ist es eine Human-Touch-Geschichte mit wenig neuen Fakten. Und dennoch ist das Interview wohl platziert, kurz bevor Gustl Mollath im Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtages aussagen sollte. Gleichzeitig ist es der Auftakt für die zweite PR-Welle. Es folgen am 12. Juni die Bild und wieder Beate Lakotta. Anschließend kommentiert am 16. und 30. Juni Marie Amrhein vom Cicero. Völlig uninformiert, dafür aber bestens mit Vorurteilen und Pressemitteilungen versorgt. Auch die Zeit versucht sich noch einmal.

Denn, […], je weiter sich das Gerücht verbreitet, je öfter man es von verschiedenen Leuten (oder Medien) zu hören bekommt, desto überzeugender wird es. Wenn mehrere voneinander unabhängige Medien und Personen dieselbe Behauptung verbreiten, muss sie wohl wahr sein. Wäre die Meldung falsch, so hätten die Zeitungen sie nicht weiterverbreitet, so die landläufige Meinung.19

Aus dem ersten Versuch die Deutungshoheit zurückzuerlangen hat man gelernt. Es werden nun andere Strategien angewendet. Es wird noch mehr Boulevard bedient. Die Gefühle sollen direkter angesprochen werden. Der Gesprächswert zählt mehr als der Erkenntniswert.20 Die Debatte wird verflacht, es wird entskandalisiert wo Skandalisierung geboten ist. Die Berichte unterscheiden sich in der Art kaum noch von Geschichten über „Skandale“ von Prominenten, über Eskapaden von Stars und Sternchen.

Klatschwissen wird durch die Art seiner Darstellung oder mittels spezifischer Markierungen vom Klatschproduzenten immer als mitteilungswürdig gekennzeichnet. Dies ist der Hintergrund für die in der Klatschkommunikation generell vorherrschende Tendenz, in der Rekonstruktion eines Ereignisses das Außergewöhnliche, das Unerwartete, das unkonventionelle, das Pikante, das Befremdliche, das Unschickliche, das Unmoralische, das Absonderliche im Verhalten des Klatschobjekts zu betonen.“21

So soll aus einem Justizskandal, aus einem Psychiatrieskandal und einem Politikskandal eine weitere Geschichte der alltäglichen Unterhaltung werden. „Hast du schon das Neueste von Mollath gehört?“ Klatschstrukturen, die auch im erweiterten Unterstützerkreis von Mollath nicht unbekannt sein dürften. In den Medienwissenschaften wird mittlerweile viel über Aufmerksamkeitsökonomie geredet und auch das ist Teil der PR. Die Aufmerksamkeit von den neuralgischen Punkten abziehen und auf andere Bereiche lenken. Auf Bereiche in denen man schnell wieder die Deutungshoheit erlangen kann oder die einfach dermaßen unbedeutend sind, dass man die Masse dort sich austoben lässt.

Die Geschichten über und von Petra M. sind besonders geeignet die Emotionen zu beeinflussen und damit auch die Interpretation des Falles langsam und unmerklich zu verschieben. Schließlich ist sie das Opfer und Mollath der Täter, so das zu vermittelnde Narrativ. Wer hier wen benutzt oder ob alle eine unselige Liaison eingegangen sind, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Irgendwer wird irgendwen hängen lassen. Noch ist das Pferd allerdings nicht tot geritten, wie es so unschön in der Medienbranche heißt und solange werden die menschelnden Geschichten von Petra M. Verbreitet.

Prinzipiell ist das natürlich ein legitimes Anliegen. Und, für die interessierte Öffentlichkeit ist die Sicht von Petra M. auf den Fall Mollath auch hoch interessant. Nur bedürfte es dazu echter Interviews. Interviews bei denen auch einmal nachgefragt wird. Interviews bei denen es um den Fall Mollath mit all seinen Skandalen geht. Aber nichts dergleichen findet statt. Es ist lediglich „Image building“. Den Tiefpunkt erreichte dabei die Bild am neunten August.

Bild 09.08.2013 - 00:01 UhrNK 11.06.2013 03:59 Uhr
http://goo.gl/cYqkX8http://goo.gl/TWn2C
BILD fragte: Was sagt sie dazu, dass ihr Ex-Mann nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassen wurde? „Man konnte damit rechnen. Alles Weitere ergibt sich, aber es ist schön für ihn.“Mollaths Ex-Frau Petra M. (53) sagte dem Kurier: „Damit konnte man rechnen. Alles Weitere ergibt sich, aber es ist schön für ihn.“
[Diese Stelle stammt aus dem Kurier vom 06.08.2013 15:40 Uhr] http://goo.gl/kKAhdR
Ihr damaliges Leben mit Mollath beschreibt sie als „Zwangsjacke“
„Es war furchtbar“, sagt Petra M. heute, wie in einer „Zwangsjacke“
„Er war eifersüchtig und wollte mich immer kontrollieren.“Mollath sei ein sehr eifersüchtiger Mann gewesen, der sie stark kontrolliert habe
Über seine Gewaltausbrüche sagt Petra M: „Immer wieder hatte ich blaue Flecken, die ich überschminkte. Ich schämte mich dafür. Ich floh zu Angehörigen, kehrte aber immer wieder zurück. Aus Gewohnheit, aus Mitleid. Er versprach, sich zu ändern.“Immer wieder habe sie blaue Flecken gehabt. Sie habe die Spuren der häuslichen Gewalt „überschminkt“ oder „mit Klamotten“ verdeckt. […]Aber sie räumt auch ein: „Du willst es verheimlichen, du schämst dich ja dafür.“ […]Familienangehörige bestätigen, dass Petra M. schon öfter „geflüchtet“ war in den 1990er Jahren. […]Und wieder zurückgekehrt – gegen den Willen ihrer Angehörigen. […] Warum sie geblieben ist? Aus „Gewohnheit“, aus „Mitleid“, vielleicht ein „Helfersyndrom“, weil sie ihn für nicht lebensfähig hielt, wenn sie ihn verlassen hätte. Mollath habe immer wieder versprochen, sich zu ändern.
Laut Petra M. richtete Mollath Gewalt auch gegen sich selbst. Er sei z. B. mit einem Strick um den Hals durch das Haus geirrt und habe gesagt, er wolle sich an einem Deckenhaken erhängen. Einmal habe er sich eine Plastiktüte über den Kopf gezogen, in die sie dann schnell Löcher zum Atmen geschnitten habe.Mollath richtete Gewalt auch gegen sich selbst. […] Petra M. bestätigt, dass Mollath mit einem Strick durch das Haus irrte und vorgab, sich an einem Deckenhaken erhängen zu wollen. […] Dass er sich eine Plastiktüte über den Kopf zog, in die sie dann schnell Löcher zum Atmen schnitt, hatte sie schon in der Gerichtsverhandlung ausgesagt.
Seine Frau: „Ich darf mich wegen des laufenden Verfahrens noch nicht dazu äußern.“Sie spricht nicht ausführlich darüber. „Noch nicht“, sagt sie, wegen des laufenden Verfahrens.

Ein Hinweis auf den Nordbayerischen Kurier findet sich nicht.

 An anderen Stellen veröffentliche Aussagen dürfen grundsätzlich (mit Quellenangabe) als Zitat weiter verbreitet werden.“ Quelle

Auch hier kann man nur rätseln. Hat die Bild beim Nordbayerischen Kurier tatsächlich abgeschrieben, quasi plagiiert? Hat Petra M. ein „kaltes Interview“ an die Bild geschickt? Hat Petra M. ihre Aussagen auswendig gelernt? Ist das noch professionelle PR oder lässt man Petra M. bereits allein?

Und weil der Spin mit Petra M. Gerade so gut läuft, setzt der Spiegel mit Beate Lakotta noch einen drauf: Die andere Hälfte in Spiegel 33/13. Der Artikel beginnt mit der empathischen Petra M. „Gustl Mollath ist frei. Was sagen Sie dazu?“

Spiegel 33/13 12.08.2013Bild 09.08.2013 - 00:01 UhrNK 11.06.2013 03:59 Uhr
„Das ist schön für ihn.“„Alles Weitere ergibt sich, aber es ist schön für ihn.“„Alles Weitere ergibt sich, aber es ist schön für ihn.“

Wenn sich Aussagen wortidentisch relativ häufig wiederholen, dann hat entweder jemand seinen Text auswendig gelernt. Weiß nicht, was er sagt und funktioniert nur wie ein Papagei. Oder aber der Spin erfordert genau diese Formulierung, um das bestmögliche Ziel zu erreichen.

Der Informationswert des Artikels soll an folgenden Zitaten illustriert werden:

Das Bild der Mutter. Petra M. kennt es noch, aus Zeiten, in denen der Mollath für sie noch der Gustl war. „Es hing am Spiegel vor seinem Schlafzimmer“, sagt sie, „das war ihm heilig.“

Es war ja mal die große Liebe, Gustl und Petra, sie 18 Jahre alt, als sie sich kennenlernten, er 22. Sie hatten ein schönes Leben, finanziert von ihrem Gehalt bei der Bank.

Nachdenklich betrachtet Petra M. Das Schwarzweißporträt aus dem Jahr 1957: Mollath, noch kein Jahr alt, wie er ernst und ein wenig staunend in die Welt blickt.

Noch ein dicker Umschlag, Petra M. breitet seinen Inhalt aus: ein Führerschein aus dem Jahr 1972, da trägt Mollath das Haar noch verwegen, nicht so sorgfältig gescheitelt wie heute. Und einen Schnauzer wie Charles Bronson.

Es ist eine Geschichte mit Human-Touch. Und am Ende gibt es eine klare Botschaft:

Er ist aber kein Opfer“, sagt sie. „Er hat sich das ja alles selbst zuzuschreiben.“

Es hätte Beate Lakotta natürlich auffallen können, dass diese Aussage nicht zu einer vorherigen Aussage passt:

Schließlich habe er sie ja nicht aus bösem Willen misshandelt: „Das war ja seine Krankheit, die ihn dazu gebracht hat.“

Nun, beides ist schlecht möglich. Auf der einen Seite die verständnisvolle Ehefrau, die ihrem Peiniger und Fast-Mörder vergeben hat, weil er ja krank war und auf der anderen Seite die Schuldzuweisung: er habe sich alles selbst zuzuschreiben.22

Feindbilder

Auch hier gilt selbstverständlich, dass PR prinzipiell in Ordnung ist. Edward Bernays, ein Neffe von Sigmund Freud und Begründer der Public Relation wollte Propaganda ja auch als wertneutral verstanden wissen. Handelt es sich dabei nur um die Verbesserung der eigenen Beziehungen zur Öffentlichkeit dürfte es auch keine Bedenken geben. Problematisch wird es, wenn die eigene Aufwertung durch die Abwertung anderer erzielt werden soll. Perfide wird es dann, wenn dem Abgewerteten, dem Ausgegrenzten, dem Anderen oder Fremden unterstellt wird, er habe ja selber Schuld.

Ein Element von Propaganda ist der Aufbau von Feindbildern bzw. der Rückgriff auf schon in der Bevölkerung vorhandene Feindbilder. Diesen Feindbildern wird ein Selbstbild gegenüber gestellt, das sowohl abgrenzend wie auch begründend wirkt.“23

Die Gesunden gegen die Kranken. Alte gegen Junge. Männer gegen Frauen. Regierte gegen Regierende. Eliten gegen Massen. Spalten statt Versöhnen, wie es Hagen Rether so trefflich formuliert. Es ist ja nicht lediglich ein Problem von Beate Lakotta. Sie bedient ein gesellschaftliches Bedürfnis und es gibt auch genügend Leser, die sich, ob ihres ausgewogenen Schreibstils und ihrer selbständigen Recherche erfreuen.

In diesen Zeiten des allgemeinen Strebens nach und Versprechens von Sicherheit und Ordnung fällt erst so richtig auf, wie überzeugend und selbstverständlich es (geworden) ist, die Lösung jener Aufgaben davon zu erwarten, daß bestimmte Personen „entfernt“ oder durch Bestrafen stillgestellt werden. […] Daß staatliche Apparate Personen („die es verdienen“) schädigen, beschädigen und im Extrem hinauswerfen, erzeugt öffentlich wenig Befremden geschweige denn Empörung, die Forderung danach diskreditiert eine Politiker oder sonstigen Öffentlichkeitsarbeiter nicht, eher im Gegenteil.“24

PR funktioniert immer da besonders gut, wo die Bedürfnisse, die Gefühle von Menschen nur noch bedient werden müssen. Die Angst vor dem „irren“ Gewalttäter existiert nicht erst seit Alfred Hitchcocks Psycho. Ängste sind besonders einfach zu mobilisieren und zu aktualisieren. Der versteckte, hinterhältige Angriff, der keines rationalen Motivs bedarf, ist nicht nachvollziehbar und nicht erwartbar. Gerade das ist außerordentlich furchterregend. Und genau deshalb wird die Legende der magischen Reifen immer wieder bemüht.

Es ist wenig überraschend, dass diese Spielarten der Public Relation nicht bei allen Menschen gleich gut ankommen. Die Öffentlichkeitsarbeiter zielen zu sehr auf das eigene Publikum ohne verstanden zu haben, dass sie diese sowieso nicht überzeugen brauchen. Die Parteisoldaten25 stehen bereits Gewehr bei Fuß und versuchen viral die Meinungen zu beeinflussen. Es mag sein, dass man im alten Stammes-Bayern die Deutungshoheit über die Stammtische erlangen muss. Im Rest der Republik und bei den Menschen, die sich selbst informieren26, funktioniert diese Art der Steuerung nicht mehr.

Es schadet nicht sich zu verdeutlichen, was der verdeckte Kern der Aussage ist Mollath sei selber Schuld. Seit wann muss man mit Unrecht kooperieren? Was sagt das über unsere Gesellschaft aus, wenn wir einfordern sich dem Unrecht zu beugen nur um einen persönlichen Vorteil zu erlangen? Und was bedeutet es, wenn wir der Meinung sind, wer selber Schuld sei, darf eben auch bestraft werden. Auch wenn es Unrecht ist. Diese Aussage ist die Verabschiedung von der Solidargemeinschaft und vom Rechtsfrieden. Justitias Schwert schlägt wild um sich und wen es trifft, der ist eben selber Schuld. Hätte sich ja ducken können. Oder: wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Der Kern der Aussage ist antidemokratisch und antirechtsstaatlich. Schutz bekommt nur der Unschuldige. Der vermeintlich Schuldige ist selber Schuld und kann, ja muss, bestraft werden.

Diesen verbreiteten Spielarten von Punititvität [Straflust] ist gemeinsam, dass sich die Verachtung, die moralische Degradierung, sozial fast immer „nach unten“ richtet, gegen Angehörige der Unterschicht, Fremde oder andere Außenseiter. Es werden abweichende Lebensweisen problematisiert und verächtlich gemacht.“27

Und so bedient die PR einerseits die Ängste und andererseits die Gelüste eines Teils der Gesellschaft. Am Ende wird die Frage stehen, ob die PR auf den richtigen Teil gezielt hat.

Doch eines kann man „anerkennend“ konstatieren: Ganz im Sinne der ersten Strategie der 10 Strategien der Manipulation funktioniert die „Umlenkung der Aufmerksamkeit“ ausgezeichnet. Stand ursprünglich die HypoVereinsbank im Zentrum der Aufmerksamkeit, sind es aktuell die Psychiater und Mollath selber. Es wird an den Bürgern liegen, ob dieser Teil der PR gelingen wird.

„Uwe Dolata, Pressesprecher des bayerischen Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) „mahnte in einer Presserklärung im Herbst 2005, dass der BDK über die deutsche Bankenlandschaft „entsetzt“ sei. Und er führt weiter aus: „Die Geschäftspolitik einiger deutscher Banken stellt sich immer problematischer dar.“ Er bezog seine Kritik auf die HypoVereinsbank in München, die im Februar 2005 beschlossen hatte, so genannte faule Kredite im Wert von 15 Milliarden Euro über ihre Hypo Real Estate Holding zu verkaufen.28

Foto. © aihumnoi – Fotolia.com

  1. Momentan empfinde ich diese Bezeichnung als die treffendste für das Vorgehen von Justiz, Politik, Psychiatrie und Teilen der Leitmedien. []
  2. siehe „Unter Verletzten“ []
  3. Prof. Dr. Thomas Leif. Die Ampel leuchtet rot – Warum PR und Journalismus Welten trennen. In: Getrennte Welten? Journalismus und PR in Deutschland (2011) nr-Werkstatt Nr. 20. S. 9 []
  4. im Sinne der qualitativen Inhaltsanalyse []
  5. Ankerbeispiel: „Drei forensische Psychiater haben die Wahndiagnose bestätigt, gestützt auf Begegnungen, Gespräche, Akten.“ []
  6. Die Kategorie Manipulation umfasste vorgegebene, geschlossene Deutungen, sowie die Steigerung der Verzerrungen durch willkürliche Kombination von Fakten oder die manipulative Textmontage. Ankerbeispiel: „Am Silvestertag 2004 beginnen die Reifenstechereien. Die Polizei zählt 129 kaputte Reifen, bei den Autos einiger Opfer entweicht die Luft beim Fahren, manchen mehrfach, sie fürchten sich, ins Fahrzeug zu steigen. Man kommt auf Mollath als Täter, nachdem er einem Betroffenen einen Brief schreibt, in dem er Namen anderer Opfer aufzählt.“ []
  7. Tatsächlich gab es in ganz Nürnberg keinen Menschen, der ein Interesse – und die Möglichkeiten – gehabt hätte, Mollath durch die Einweisung in die Psychiatrie „mundtot zu machen“, wie dieser behauptet. „ []
  8. Offensichtlich war man sich bei der Zeit aber nicht einig, was denn das nun genau für ein Artikel wird. Eingeordnet ist er in der Rubrik „Justizskandal“ und die SEO lautet „Mollath-Bankenskandal-Steuerhinterziehung“. Das ist dann nicht ganz der Tenor des Artikels. []
  9. Albrecht Müller. Meinungsmache. Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das denken abgewöhnen wollen. München 2009. S. 127 []
  10. ebda. S. 128 []
  11. Prof. Dr. Thomas Leif. Journalismus wird immer mehr zur Kommentierung von Marketing. In: Getrennte Welten? Journalismus und PR in Deutschland (2011) nr-Werkstatt Nr. 20. S.122f. []
  12. Albrecht Müller. Meinungsmache. S. 130 | Hervorhebung S.P. []
  13. schaut man sich Lakottas Artikel über die Jahre an []
  14. 28. Februar 2013 []
  15. Bevor das Geraune beginnt, möge man sich den Link anschauen. Ich behaupte nicht, dass Otto Lapp ein Idiot ist. Ich glaube viel eher, dass er ein ambitionierter Journalist ist, der aus Gründen des Selbstwertzwanges/Selbstwertschutzes in eine Gruppendynamik hineingezogen wurde, aus der er nicht mehr ohne Gesichtsverlust hinauskommt und sich deshalb immer weiter hineinsteigert. []
  16. Andreas Elter. Die Kriegsverkäufer. Geschichte der US-Propaganda 1917-2005. S. 306 []
  17. Es überrascht im Übrigen kaum, dass der Artikel immer noch hinter der Paywall versteckt wird. M.E. ist der Artikel ein klarer Fall für den Presserat. []
  18. Ob sich Petra M. Dazu entschieden hat oder ob ihr dazu geraten wurde, bleibt vorerst ungeklärt. []
  19. Michael Scheele. Das jüngste Gerücht. Bonn 2006. S. 173 []
  20. Vgl. Thomas Leif. Interessant oder relevant? Vorwort in Fritz Wolf. Wa(h)re Information – Interessant geht vor Relevant. Studie der Otto Brenner Stiftung herausgegeben von netzwerk recherche e. V. S. 2 []
  21. Jörg R. Bergmann. Klatsch. Zur Sozialform der diskreten Indiskretion. Berlin 1987. S. 137. Hervorhebung im Original. []
  22. Vielleicht bräuchte man hier auch einmal einen Sprachwissenschaftler. M.E. soll es ja bedeuten Mollath sei selber Schuld, weil er sich z.B. nicht begutachten lässt, weil er nicht kooperiert usw. Nur, mir erscheint bei dieser Redewendung eine andere Konnotation vorzuherrschen. Wird sie nicht häufig abwehrend verwendet? „Das hast du dir doch selbst zuzuschreiben!“ Obwohl man selbst erheblichen Anteil an der Situation trägt. Quasi der Klassiker des schlagenden Vaters. []
  23. Magnus-Sebastian Kutz. Public Relations oder Propaganda? Die Öffentlichkeitsarbeit der US-Administration zum Krieg gegen den Irak 2003. Berlin 2006. S. 38f. []
  24. Helga Cremer-Schäfer und Heinz Steinert. Straflust und Repression. Zur Kritik der populistischen Kriminologie. Münster 1998. S. 54 []
  25. Man muss kein Parteimitglied sein um Parteisoldat zu spielen. Ebenso wenig wie man Perser sein muss, um Prügelperser zu verkörpern. []
  26. hier sind die Bayern selbstverständlich mit eingeschlossen []
  27. Oliver Brüchert. Woher kommt die Lust am Strafen? Einige Fallstricke kriminologischer Medienkritik. In: Kriminologisches Journal 36. 8. Beiheft 2004, Weinheim. S. 230-248. Hier: S. 244 []
  28. Jürgen Roth. Der Deutschland Clan. Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz. Frankfurt am Main 2006. S. 100 []

13 Kommentare

  1. Hansgeorg Bankel sagt

    Eine glänzende Analyse! Einem normalen Zeitungsleser werden so die Hintergründe erklärt und die Augen geöffnet. Vergleicht man Frau Maskes Aussagen gegenüber von Herrn Lapp mit denen bei Frau Lakotta im Spiegel vom 12. August, wird jedem klar, dass Frau Maske inzwischen die Übersicht über ihre Lügengeschichten verloren hat. Schön dort auch das Photo von Mollaths Wertsachen im Wohnzimmer von Frau Maske, die mehrfach behauptet hat, dass sie das gemeinsame Haus nicht ausgeräumt hat. Gut, dass Herr Strate jetzt der Sache nachgeht.
    Für Sie interessant war sicher auch die Sondersendung des BR „Mollath frei – der Fall und die Folgen“ mit Merk, Strate, Prantl und Lakotta moderiert von Stefan Scheider. Da hat es mich doch sehr gewundert, warum Frau Lakotta hier aus dem Hut gezogen wurde und warum nicht die gut informierte und stets nachhakende Ursula Heller moderierte, die sich schon früher einmal mit Frau Merk angelegt hatte. Scheider hat das nicht getan und es war zu bedauern, dass Strate so wenig und Merk so oft zu Wort kam.
    Bei der Besetzung dieser Gesprächsrunde muss man sich doch fragen, ob die Medienberater des Justizministeriums hier nicht ihre Wünsche durchgesetzt haben, um ihre Chefin in besserem Licht erscheinen zu lassen als bei ihren früheren Auftritten.

    • Sascha Pommrenke sagt

      Dass Frau Lakotta bei der BR Sendung dabei war, lässt sich, glaube ich, relativ einfach erklären. JuMi Merk war als Vetreterin der „Anklage“ eingeladen. Strate als Verteidiger. Prantl als Vertreter der Presse, die „für“ Mollath argumentiert. Und die Presse, die angestrengt „gegen“ Mollath argumentiert, ist eben auch sehr übersichtlich. Von der Handvoll Journalisten war Lakotta, als Journalistin mit der größten Reichweite, auch letztlich sinnvoll.
      im Übrigen fand ich Prantls und Strates kurze, aber dafür auch sehr „knackige“, Aussagen erheblich wirkmächtiger als das rumlavieren von Merk und Lakotta.
      und ich gebe Ihnen recht. Strates Offensiven stiften Verwirrung und zwingen M. zu Fehlern. Das dürfte wohl auch der Grund für die Beckmann Sendung morgen sein. Strate will in der Offensive bleiben.

  2. Euler Hartlieb sagt

    Schoener Artikel.
    Genau, die Ablenkung vom Banken-, Steuer., Schwarzgeldskandal und die Verflechtung mit Politik und Ermittlungsbehoerden scheint der Kern der gegenwaertigen „Oeffentlichkeitsarbeit“ in den Medien zu sein; das ist auch mein Eindruck. Das Thema ist auf ganz wundersame Weise nach Mollaths Freilassung in der Versenkung verschwunden, verdraengt, abgelenkt. HVB/HRE wer war das?

    Rosenkrieg und Psychiatrie ist da noch am weitesten weg und ungefaehrlichsten und immer emotional nutzbar. Es war kein Komplott, so das in verschiedenen Formen wiederholte Mantra zur Maskierung, Ablenkung; so auch der zentrale Kern der „Erkenntnisse“ von Herrmann aus dem UA-Ausschuß.
    Verschwoerungswahn, diese fernen, dissoziativen Punkte, haben und hatten weiterhin die eher Wahnsinnigen.
    Und – wahrscheinlich war wirklich gar kein Schwur noetig.

    Ob es wirklich weniger schlimm ist, wenn allen klar wird, dass diese Summe von Vorkomnissen, „Vorsatz“ wie Strate sagt, „um Mollath zum Schweigen zu bringen“, kein Komplott, sondern ganz normale Praxis im Zusammenwirken von Banken, Politik, Staatsanwaltschaft, Polizei, Gericht, Psychiatrie und Medien war???
    Dieses stete „Argument“ koennte noch zum schmerzhaften Eigentor werden.

    Um die „Schande von Bayreuth“ wieder gut, besser zu machen koennte Mollath die Ehrenbuergerschaft der Stadt angeboten werden; die Stadt die Gelegenheit nutzen, durch eine pro-aktive Politik zur Verbesserung der Zustaende in den Psychiatrien sein Image wieder aufzubessern, den Mollatheralschaden einzudaemmen.
    Und warum nicht die Schirmherrschaft ueber die Spiele anbieten. Aber vielleicht will Gustl Mollath dies alles nicht.
    Dann muessen die Stadt und die Festspielleitung sich eben etwas anstrengen.

    • Euler Hartlieb sagt

      Fundstellen zu Lakotta & Co:
      1. Harald Schumann Tagesspiegel Journalist und Erster Preistraeger des „Langen Atems“ ueber seine Erfahrung zu Pressefreieit u.a. als Spiegelredakteur.

      2. Kleines „Wortzaehlbeispiel“ zum durchschnittlich neutralen und geschaetzten Tagesschaubericht und den erzeugte Assoziationsketten nach Mollaths Freilassung:
      5x wird Mollath im Kontext Straftaeter/-taten erwaehnt,
      2x Zweifel an Rechtmaessigkeit.
      2x fordern Seehofer bzw. Leutheusser Schnarrenberger schon vorbereitete Veraenderungen
      1x die „Gesellschaft“ hat Maßstaebe geandert und groesseres „Sicherheitsbeduerfnis“
      0x Fehlurteil, Rechtsbeugung, Vorsatz, Bank, Schwarzgeld, HRE/HVB, Schweiz, Willen brechen ..
      http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1327166.html 
      (vgl.: gleicher Tenor auch bei SPON – Augstein der in der Nachbereitung Mollaths im Schlusssatz das „Sicherheitsbeduerfnis der „Gesellschaft“ verantwortlich macht)

      3. und noch ein Video aus der Zeit vor der aktuellen Datensammeldiskussion (gerade in you-tube gefunden)
      0x Fehlurteil, Rechtsbeugung, Vorsatz, Bank, Schwarzgeld, HRE/HVB, Schweiz, Willen brechen ..
      http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1327166.html 

  3. Ich freue mich über diesen intelligenten Versuch, Medienmanipulationen aufzudecken, wie hier im Fall Mollath (allerdings wird sein Mithäftling Ulvi Kulaç immer wieder verschwiegen, sicherlich auch morgen bei Beckmann).
    Zudem freuen mich die intelligenten Reaktionen, denn viele angebliche Unterstützer wollen solche bedauernswerte Justizopfer doch lieber als Märtyrer sehen. Viele unsaubere Machenschaften – vor allem von profilierungssüchtigen Politikern – gibt es da…
    In Wirklichkeit sind die Medienmanipulationen in Deutschland noch viel schlimmer, und in http://twitter.com/MediterrNewsNet berichten wir laufend darüber, zudem in zwei Büchern, die bei http://www.der-neue-morgen.de erschienen sind (Autor Harry R. Wilkens).

  4. Martin Deeg sagt

    Diese Analyse hat mir sehr dabei geholfen, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen bei der Auswahl der Verfahrensakten zur Veröffentlichung. Der Versuch meiner „Unterbringung“ nach Par. 63 StGB wird Lakotta und die Bagatellisierer in Erklärungsnot bringen, ebenso natürlichste bayerische Justiz.

    Ich WEISS aus eigener Erfahrung und aufgrund zahlreicher Schicksale, dass der „Fall Mollath“ kein Einzelfall ist – umso fragwürdiger und aufklärungswürdiger sind die hier genannten Strategien und die Interessen dahinter.

    Es gibt Muster – und es kann tatsächlich jeden treffen. Mich hat es schon getroffen, ebenso viele andere. Die wenigsten gehören zur Zielgruppe des Spiegel oder der Zeit….

    Martin Deeg

  5. Danke für die Synopse Bild/NK. Orchestriert wurde in der Sache nichts, da es keine Partitur und keinen Komponisten gab. Vielmehr haben sich verschiedene Solisten an dem Thema erprobt. Das Hauptmotiv war und ist „Justizskandal“, was aber nicht unbedingt das Wesentliche am Fall Mollath sein muss.
    Für Dummheit und kollektive Übernahme von Vorurteilen braucht es übrigens in der Regel keine Verschwörung.
    Ich wollte mir mein eigenes Bild machen und habe deshalb nicht nur Kröber und Leipziger gesprochen, sondern auch Gustl Mollath am 31.7. selbst in Bayreuth besucht und mit ihm eineinhalb Stunden verbracht.
    Dass mein Bericht über diesen Besuch nur relativ wenig wahrgenommen wurde, zeigt, dass sich selbst kreierende und stützende Nachrichten für das Publikum weitaus interessanter sind – zumindest, wenn sie das jeweils herrschende Vorurteil stützen.
    So ging es auch bei Wulff. Am Ende blieben 719 Euro Vorteilsnahme als einzig anklagewürdiges Delikt übrig. Das Publikum glaubt noch immer, Wulff sei korrupt gewesen und würde mich und jeden lynchen, wenn ich dessen m.E. erwiesene Unschuld verteidigen würde.

    • Sascha Pommrenke sagt

      Lieber Herr Dill,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, noch ein paar von Ihnen angesprochene Punkte deutlicher herauszustellen.

      Orchestriert wurde in der Sache nichts, da es keine Partitur und keinen Komponisten gab. Vielmehr haben sich verschiedene Solisten an dem Thema erprobt.

      Das ist eine mögliche Perspektive. Allerdings scheint mir die Synchronizität der Artikel, die den gleichen Tenor haben und die die gleichen Allegorien bemühen, gegen Solisten zu sprechen. Mir scheint auch die Annahme, dass das Justizministerium bzw. die CSU sich nicht von Medienprofis beraten lassen äußerst unwahrscheinlich. Immerhin hält die CSU PR für effektiv genug, so dass man bereits 2011 eine CSU-PR-Akademie für die „Superwahljahre“ 2013/2014 gegründet hat. Es geht ja nicht darum, dass ein „Komponist“ alle Artikel gesteuert hat. Es geht um die Platzierungen von Meinungen, Deutungen, Stimmungen.
      Ich empfehle in diesem Zusammenhang auch Heft Nr.4 von netzwerk recherche e.V. (aus Fußnote 3) http://www.netzwerkrecherche.de/files/nr-werkstatt-04-journalismus-und-pr.pdf

      Das Hauptmotiv war und ist “Justizskandal”, was aber nicht unbedingt das Wesentliche am Fall Mollath sein muss.

      Auch das ist mir zu vereinfacht. Es ist _ein_ Motiv. Ich gehe bei Beate Lakotta zum Beispiel davon aus, dass es ihr viel eher um den, aus ihrer Sicht vermeintlichen, Psychiatrieskandal geht. Sie hat ja betont sich nicht besonders für die Justizfälle zu interessieren.

      Für Dummheit und kollektive Übernahme von Vorurteilen braucht es übrigens in der Regel keine Verschwörung.

      Richtig. Nur; wer redet denn von einer Verschwörung? Verschwörungstheorien entstehen u.a. da, wo sich Menschen die sozialen Prozesse nicht erklären können. Mangels Einsicht, mangels Informationen, mangels Transparenz, warum auch immer. Ich versuche ja gerade aufzuzeigen, dass es keiner Verschwörungen bedarf. Insofern versuche ich Prozesse aufzuzeigen, die nicht immer bekannt sind. Das intentionale Eingreifen in soziale Prozesse mit dem Motiv, den Prozess zu seinen Gunsten zu beeinflussen, hat mit Verschwörung auch nicht das Geringste zu tun.
      Wie weit der Versuch der Beeinflussung gehen kann, mag dieses Beispiel verdeutlichen:
      http://www.heise.de/tp/artikel/31/31159/1.html
      Ein guter Ausgangspunkt für weitere Recherchen.

      Im Übrigen:
      „Die PR ist weitreichender als man glauben mag. Wer so etwas behauptet wird schnell mit dem Stigma des Verschwörungstheoretikers belegt. Und dennoch 2009 deckte LobbyControl auf, dass die Bahn AG Maßnahmen bauftragt hatte, „für vorproduzierte Medienbeiträge, für Blog- und Forenbeiträge, für Leserbriefe und Meinungsumfragen“. Albrecht Müller. Meinungsmache. a.a.O. S. 381f.

      Dass mein Bericht über diesen Besuch nur relativ wenig wahrgenommen wurde, zeigt, dass sich selbst kreierende und stützende Nachrichten für das Publikum weitaus interessanter sind – zumindest, wenn sie das jeweils herrschende Vorurteil stützen.

      Ich teile diese Interpretation nicht. Ihr sehr lesenswerter Artikel hat viele Vor- aber auch Nachteile. Eine kürzere Version ihres Artikels, publiziert bei der Süddeutschen, wäre sicherlich ganz anders rezipiert worden. Eine inhaltliche Auseinandersetzung würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen. Aber ein Problem ist sicherlich der Grundton ihres Beitrages: nur Unschuldige, nur Überforderte, alle Verletzt. Aus Sicht einer „verstehenden Soziologie“ finde ich Ihren Ansatz prinzipiell richtig. Allerdings entbindet das nicht von Zuschreibungen von Verantwortung. Und zumindest ich empfinde es als Entschuldigung von Verantwortlichen, wenn alle gleich verletzt sein sollen. Einem Herrn Leipziger wurden nicht sieben Jahre des Lebens genommen. Wir reden hier ja nicht lediglich von kleinen menschlichen Fehlern.

      So ging es auch bei Wulff. Am Ende blieben 719 Euro Vorteilsnahme als einzig anklagewürdiges Delikt übrig. Das Publikum glaubt noch immer, Wulff sei korrupt gewesen und würde mich und jeden lynchen, wenn ich dessen m.E. erwiesene Unschuld verteidigen würde.

      Vielen Dank für Ihr Beispiel von Techniken der PR. Einzig anklagewürdig heißt nun mal auch, dass alle anderen Vorwürfe nicht bewiesen werden konnten. Wenn man auf dieser Ebene verbleibt, gab es nie eine Leuna-Affäre, der Sachsensumpf ist eine Erfindung der Medien und der CDU-Spendenskandal hat auch zu keinen entscheidenden Verurteilungen geführt.
      Im Übrigen weiß ich nicht, was _das_ Publikum glaubt. Aber sollte Herr Wulff für die Vorteilsnahme von 719 Euro verurteilt werden, hätte das Publikum ja recht mit der Annahme, dass er korrupt war.
      Aber um es auf den Punkt zu bringen, mit Wulff zu enden ist nichts anderes als: Umlenkung der Aufmerksamkeit.

      Mit den besten Grüßen
      Sascha Pommrenke

      • Legoland abgebrannt sagt

        Vorsicht, jetzt wird es philosophisch.

        Wenn es mehr als 2 Menschen Mit- und/oder Gegeneinader zu tun haben entsteht eine Bandbreite von Ursachen. Verschwörungstheorie etc. versucht diese auf denkfaule Art auf „bösen Willen“ oder gar „Taten“von diesen oder jenen Personen oder Gruppen zu reduzieren.

        Das Medium Text ist 100% serialisiert was eine scheinkausale wenn-> dann Beziehung zwischen den Punkten suggeriert. Schon ein simpls Mindmap macht daraus etwas anderes.

        Da ich ein paar Medientypen persönlich kenne ist eine der Ursachen wohl eher eine ökonomische. Menschen mit klarem Verstand meiden Berufsbilder in den Medien da dort nicht mehr zu verdienen ist und außer Apologetentum nicht zu ernten ist. Ausnahmen hierzu sind Ausnahmen weil sie eben Ausnahmen sind.

        Die 2. Ursache ist Massenhysterie, Obrigkeitshörigkeit, Mitläufertum oder wie die Erscheinungsformen von Feigheit und Faulheit sonst so genannt werden.

        Das erklärt den ganzen kranken Medienmüll einfacher als irgendwelche Masterminds die sich die Mühe machen einen Ferrarischrauber 7 1/2 Jahre durchzufüttern.

  6. Ich wäre sehr an Direktlinks von Herrn Dill interessiert. Habe nur kurz seine Webseite besucht. Falls gestattet, würde ich die dann weitertweeten… Vielen Dank im voraus.

  7. Legoland abgebrannt sagt

    II Versuch:

    Sehr gute Analyse von etwas was jeder wissen sollte und jeder weiß der Massenmedien als das sieht was Sie sind.

    Eine hochgiftige Verdummungsmaschinerie zur Abrichtung der Konsumenten, Wähler und Staatsbürger für Interessen dritter.

    Hinzuzufügen ist vielleicht der Fall Kachelmann. Dort waren die Rollen umgekehrt verteilt. Die “Zeit” spielte den liberalen Leuchtturm während der Rest (auch und unter anderen die Süddeutsche) die “offizielle” Denunzianten- Verleumdungs- und Verblödungsschiene fuhren.

    Was noch fehlt und vielleicht auch eine andere Baustelle ist:

    – Die Psychiatrie war schon immer ein Machtmittel des Staates bzw. irgendwelcher Machtinhaber. In der UdSSR nicht anders wie in Bayern oder Hessen.

    – Gutachten die Straftaten mittels psychiatrischer Untersuchungen vorhersagen haben das Niveau von Inquisitionsurteilen. Der mittelalterliche Hexenhammers ist nichts anderes als moderne „Forensik“. Es ist auch genau die gleiche Validität und die ihre “wissenschaftliche” Basis bildet die gleiche Vermengung von Glaubens- Macht- und Geldinteressen.

    Die große Lebenslüge all dieser gewissenlosen Schleimer die ihren zweifelhaften Namen unter die Pamphlete zur Wegsperrung ihrer Zeitgenossen setzen ist ihre angebliche „Wissenschaftlichkeit“. Wo kein Nachweis möglich, da kein Urteil möglich. Aber für Macht Geld oder ein bequemes Leben wurden schon ganz andere Straftaten begangen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.