Fall Mollath
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Der Fall Mollath und Beate Lakotta

Eine Glosse

Liebe Frau Lakotta,

der Fall Mollath ist für weite Teile der Öffentlichkeit endlich beendet. Das Interesse hatte sowieso schon erheblich nachgelassen. Für Mollath dürfte das hingegen keine Rolle spielen. Sein Kampf um seine Gerechtigkeit wird weitergehen. Ihr Kampf hingegen nimmt nun offensichtlich auch ein Ende.

Auch ich werde mich endlich wieder mehr um meine eigentlichen Interessen kümmern können. Nichtsdestotrotz möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei Ihnen bedanken. Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr viel über Journalismus gelernt.

Ihr neuester Kommentar im ehemaligen Nachrichtenmagazin Spiegel bietet da entsprechende „Anknüpfungstatsachen“. Die Chance will ich abschließend noch einmal nutzen.

„Aus der forensischen Psychiatrie trat im letzten Jahr eine Lichtgestalt, ihr Name: Gustl Mollath.“

Sie wissen natürlich, dass Sie die einzige sind, die hier von einer Lichtgestalt ausgeht. Es ist Ihre eigene völlig überwertige Idee, dass Mollath als „Held“ oder „deutscher Mandela“ verehrt werden würde. Sie haben in negativer Umkehr diese Behauptungen überhaupt erst in den Raum gestellt. Es ist eine perfide und, wie ich finde, auch widerliche stilistische Methode. Sie behaupten eine Tatsache, die so zwar überhaupt nicht existiert, gegen die Sie dann aber in bester bürgerlicher Empörung anschreiben können. Wenn Sie dabei wenigstens noch irgendwelche journalistischen Ideen verfolgen würden, könnte man das Ihnen ja als schlechten Stil nachsehen. Nur, ich kann beim besten Willen in ihren Artikeln kaum journalistischen Mehrwert erkennen.

Insofern ist es auch wesentlich angebrachter, alle Ihre Beiträge als Kommentare zu lesen. Etwas anderes sind sie nicht. Es sind meinungsbeeinflussende Wertungen unter dem Deckmantel eines recherchierenden Journalismus. Wenn ich mir die Kommentare in verschiedenen Foren anschaue, dann klappt das auch hervorragend. Gelernt ist gelernt. Dass der Zuspruch vor allem aus einer erzkonservativen und libertären Ecke kommt, ficht Sie vermutlich nicht an. So etwas kann schon mal passieren, wenn man gegen Menschen anschreibt, die man als anders und unangenehm empfindet. Da bekommt man dann schon mal Zuspruch von Leuten, die mit Andersdenkenden noch nie so viel anfangen konnten.

„Die Story, die der brave Nürnberger erzählte, klang gut. Zu gut, um sie kaputtzurecherchieren. Ein ehrlicher Bürger landet als unschuldiges Opfer einer Intrige seiner Frau in der Psychiatrie.“

Zum Glück haben Sie und Otto Lapp dann doch noch „recherchiert“. Ohne Ihr investigatives Vorgehen wüssten wir ja gar nichts über die Wahrheit. Man stelle sich nur mal einen kurzen Moment lang vor, was eine gut bezahlte Redakteurin des Spiegel mit den entsprechenden Ressourcen im Hintergund alles hätte recherchieren können. Schade nur, dass Sie kein Interesse an der Wahrheit hatten. Sie wollten ja nur die andere Seite zu Wort kommen lassen. Na ja. Ist halt auch irgendwie Journalismus. Und es passt letztlich auch gut zur Boulevardisierung des Spiegel.

„Dort wird er mundtot gemacht, um zu verhindern, dass er gigantische Schwarzgeldverschiebungen aufdeckt. Monatelang jagten investigative Spitzenkräfte zum Beispiel von Süddeutscher Zeitung und Report Mainz dieser Verschwörung nach.“

Ohne diese von Ihnen pejorativ bezeichneten Spitzenkräfte würde Mollath wohl immer noch zu Unrecht in der Psychiatrie sitzen. Vielleicht sogar – mangels Krankheitseinsicht – bald zwangsmedikamentiert. Hätten sich hingegen alle so verhalten wie die Spitzenkräfte des Spiegel und des Nordbayerischen Kuriers, dann wüssten wir heute nicht mehr als das, was die ehemalige bayerische Justizministerin Merk auch schon kolportierte. Ihr Verständnis des investigativen Journalismus wirkt auf mich reduziert auf das Verlautbaren von Pressemitteilungen. Sei es von der bayerischen Justiz, von ausgewählten psychiatrischen Gutachtern oder gleich als Partei im Wiederaufnahmeverfahren.

„Sie führte in den Sumpf eines Nürnberger Handballvereins und von dort bis hinauf in höchste Kreise, wo sich Banker, Politiker, Anwälte, ein halbes Dutzend Psychiater und ebenso viele Richter und Staatsanwälte gegen Mollath verschworen hatten, um Steuerhinterziehungen in Milliardenhöhe vertuschen zu können.“

Was wäre das für ein Staat, in dem sich die Journalisten noch die Mühe machten, solchen möglichen Verschwörungen hinterher zu recherchieren?! Man kann es aber auch lakottaesk von vornherein für abwegig halten. Damit befindet man sich auch in bester psychiatrischer Gesellschaft. Liebe Frau Lakotta: Wie genau wurde denn die bankenseitig unterstütze Steuerhinterziehung aufgeklärt? Kennen Sie die Höhe der Steuerhinterziehungen, die mit der von Mollath angeklagten Methode begangen wurden?

Aber ich möchte auch diesbezüglich noch kurz auf Ihre Arbeitsweise eingehen. Schließlich hat sich auch Oberstaatsanwalt Meindl dieser immer attraktiver werdenden Methode bedient. Sie behaupten eine totale, monströse Verschwörung, die in keinen seriösen Medien vertreten wurde. Dass Sie nicht in der Lage sind, genügend Empathie für Mollath’s Lage aufzubringen, ist ja nun nichts Neues mehr. Dass Sie aber nicht in der Lage sind, realistisch über eine mögliche Intrige nachzudenken, ist dann doch schon enttäuschend.

Es bedarf keiner Verschwörung, um das bekannte Ziel zu erreichen. Es reicht vollkommen aus, dass Menschen mit Ihren Einstellungen auf den entsprechenden Positionen sitzen. Es sind Ihre Brüder und Schwestern im Geiste, die als Richter, Staatsanwälte, Banker, Politiker und Anwälte agieren. Sie meinen das ja nicht böse. So viel Reflexion kann ich mir einfach nicht vorstellen. Es ist schlichtweg der gutbürgerliche Habitus, die Abneigung gegen das Fremde und Irrationale, die Abwehr gegen alles, was die eigene liebgewonnene „Normalität“ zu stören vermag, die Sie unbewusst motiviert.

„Das Irre war: Die Geschichte wurde geglaubt.“

Ist es nicht viel frappanter, dass Sie als Journalistin nicht in der Lage sind, sich vorzustellen, dass in Deutschland, einem Land, das in Sachen Korruption weit vorne liegt, sowie bei der Hypovereinsbank, einer Bank, deren Hauptgeschäft aus wenig legalen Machenschaften zu bestehen scheint, etwas an dubiosen Geschäften dran sein könnte? Glauben Sie ernsthaft, es gebe in Deutschland keine Verschwörungen und Komplotte zur Bereicherung einiger weniger Menschen? In den von Mollath angezeigten Fällen wurde nichts, aber auch gar nichts recherchiert, weil sich kein Journalist an solche möglichen Beziehungen herantraut. Und warum nicht? Weil dann der Spiegel und die ZEIT daherkommen und von Verschwörungstheorien schwadronieren. Wenn man schon von der eigentlichen Sache nichts weiß, so kann man wenigsten gegen die Personen anschreiben. Na ja, Sie kennen das ja.

„Sie wurde zur Hexe gemacht, während sich sein Fall in den Kommentarspalten zum größten Justiz- und Psychiatrieskandal aller Zeiten auswuchs, passend zum bayerischen Landtagswahlkampf.“

Welches seriöse Medium hat denn Frau Ex-Mollath zur Hexe gemacht? Fakt ist doch, dass Sie und Lapp die einzigen waren, die völlig unkritisch alle Aussagen der Exfrau weiterverbreitet haben. Fakt ist auch, dass wir nichts darüber wissen, inwiefern sie intrigant vorgegangen ist. Das Gericht geht doch selber von möglichen Racheaktionen aus. Wir wissen jedenfalls nichts über die Realität. Wir kennen nur unterschiedliche Aussagen. Sie sind gewillt, sich alle offiziellen Aussagen und die Behauptungen der Exfrau zu eigen zu machen. Ich habe damit meine Probleme. Mir scheint es an einigen Stellen an Aufklärung gefehlt zu haben. Das ist natürlich auch nicht mehr so leicht nach so vielen Jahren. Ach was hätten uns da Journalisten geholfen, die investigativ recherchiert hätten?!

Dass Sie immer noch keinen Justiz- und Psychiatrieskandal entdecken können, vermag auch nur noch zu amüsieren. Aber darauf komme ich gleich zurück.

„Es gibt ein untrügliches Zeichen medialer Skandalisierung: Abweichende Einschätzungen werden nur noch niedergemacht, Fakten ignoriert. Dieser Punkt war erreicht, als öffentlicher Druck einen Untersuchungsausschuss erzwang, doch dessen Ergebnisse – keine Verschwörung, kein Schwarzgeld – in den Medien keine Resonanz fanden.“

Es gibt ein untrügliches Zeichen für Public Relation und Propaganda: Abweichende Einschätzungen werden nur noch niedergemacht, Fakten ignoriert. Dieser Punkt war erreicht, als Spiegel, Zeit, Tagesspiegel und Nordbayerischer Kurier ausschließlich die offizielle Meinung vertraten und gegenteilige Meinungen wahlweise zensierten (in den jeweiligen Foren), niederschrieben (mit Niedermachen kennt man sich ja bestens aus) oder ignorierten. Wie kann man sich als Journalist ernsthaft mit dem Mehrheitsbericht eines Untersuchungsausschusses zufrieden geben?1 Haben Sie gar keine Berufsehre? Haben Sie Franz Josef Strauß nicht verstanden, als er sagte, der Skandal ist vorbei, wenn der Untersuchungsausschuss eingerichtet ist?

„Mollath war ein Pleitier und gewalttätig, er lebte vom Geld seiner Frau und schwärzte sie bei ihrem Arbeitgeber an, als sie ihn verließ.“

Bei Ihnen klingt das irgendwie so, als hätten Gewalttäter Ihre Rechte verwirkt. Sollte Mollath tatsächlich seine Frau misshandelt haben – daran bestehen ja durchaus noch Zweifel – dann hätte er dafür 2006 verurteilt gehört und es hätte niemals einen Justiz- und Psychiatrieskandal gegeben. Und weder Sie noch ich bräuchten dann solch (absurde) Artikel schreiben.

Aber haben Sie es denn ansonsten immer noch nicht verstanden? Hier wurde niemand denunziert oder angeschwärzt. Das ist das Problem mit Ihrer selektiven Wahrnehmung. Sie wollen so einiges einfach nicht wahrhaben. Was hat die Rechtsabteilung der Hypovereinsbank doch gleich noch geschrieben?

„Auch wenn die Schreiben des Herrn Mollath vereinzelt etwas ‚wirr‘ erscheinen mögen, sind die Aussagen des Herrn Mollath in den hier relevanten Teilen – Beteiligung der Klägerin an den Depotübertragungen zur Bank Leu und Vermögensverwaltung gegen Provision – glaubwürdig: Nachdem nämlich die Revision ihre Ermittlungen aufgenommen hat, konnten sämtliche hier relevanten Aussagen von Herrn Mollath durch die zahlreichen anderen Verdachtsmomente bestätigt werden – und dies nicht nur im Hinblick auf die gegen die Klägerin geäußerten Vorwürfe, sondern auch im Hinblick auf die gegen Herrn D. geäußerten Vorwürfe.

Außerdem sind die Aussagen von Herrn Mollath in den hier relevanten Teilen völlig klar und stimmen in ihrem objektiv überprüfbaren Sachverhalt mit den Fakten überein.

[…]

Angesichts dieser objektiv richtigen Tatsachen und der vielen weiteren Verdachtsmomente, die auf den gleichen Sachverhalt schließen lassen, ist nicht vorstellbar, dass die Aussagen von Herrn Mollath einem ‚krankhaften Haß‘ gegen die Klägerin entspringen und ‚mit der Wahrheit nichts zu tun‘ haben sollen.

Quelle [Hervorhebung im Original]

Es mag ja in Ihrer Welt so sein, dass diese Machenschaften völlig normal sind und niemanden etwas angehen. Aber Sie müssen sich damit abfinden, dass es Menschen gibt, deren Rechtsempfinden dadurch erheblich gestört wird. Aber das kennen Sie ja sicherlich.

„Erst im justiziellen Faktencheck durch das Regensburger Landgericht wurde aus dem „Mann, der zu viel wusste“, wieder der Mann, der seine Frau trat, biss und würgte, womöglich im Wahn.“

Schön, dass Sie auch noch einmal Ihre letzte und eigentlich auch wichtigste Methode vorführen: Manipulation durch Auslassung. Der justizielle Faktencheck hat nämlich vor allem eines hervorgebracht: das Urteil von 2006 war ein Unrechtsurteil. Die von Ihnen doch so gern hervorgehobenen Reifenstechereien mit lebensgefährlichen Situationen haben sich in Luft aufgelöst. Müssten Sie das in Ihren Artikeln nicht irgendwie auch mal anmerken? Was ist mit dem zweiten Körperverletzungsvorwurf mit Freiheitsberaubung? Auch hier kein Wort dazu, dass Mollath aus tatsächlichen Gründen freigesprochen wurde. Passt Ihnen dieser Teil der Realität nicht ins Konzept? Kann es sein, dass Sie immer noch nicht verstanden haben, warum das Urteil von 2006 ein Unrechtsurteil war? Ist Ihnen immer noch nicht bewusst geworden, dass jemand seine Frau misshandelt haben könnte und dennoch ein falsches Urteil gesprochen wurde? Übrigens etwas, was Ihre beiden Kollegen von der Süddeutschen Zeitung immer wieder betont haben: niemand weiß, was zwischen dem Ehepaar Mollath wirklich geschehen ist. Aber anhand der Fakten ließ sich schon vor knapp zwei Jahren erkennen, dass das Urteil Unrecht war.

Sie interpretieren die Rolle des Gerichtsreporters eben einfach neu. Das finde ich gut. Sie stellen das Urteil nicht in Frage. Warum auch? Beruht es doch auf glasklaren Beweisen. Jemand, der Ihren Job nicht so ernst nehmen würde, der würde vielleicht kommentieren, dass die Beweiswürdigung, vor allem der Glaube an die Glaubwürdigkeit der Belastungszeuginnen, vorsichtig ausgedrückt, etwas schwierig ist. Vielleicht würde so jemand sogar darüber schreiben, dass es zu äußerst obszönen Situationen im Verfahren gekommen ist. Der neue Ehemann weiß nichts von einer Narbe seiner Frau? Das finden Sie nicht seltsam? By the way: haben Sie sich eigentlich mal die Narbe zeigen lassen?

„Es stimmt: Mollath saß viel zu lange in forensischen Einrichtungen.“

Sehen Sie, und das ist das Problem mit der selbstwertdienlichen Verzerrung der Realität. Herr Kröber wird Ihnen den self serving bias sicherlich gerne erklären. Sie beharren darauf, dass Mollath zu Recht in der Forensik saß – eben nur zu lange. Aber haben Sie denn das Urteil nicht verstanden? Mollath saß zu Unrecht in der Psychiatrie. Deshalb wird er ja auch entschädigt. Sie sollten ihre Position dringend überdenken.

„Es stimmt aber auch, dass diese ihre Patienten nicht länger behalten als nötig. Hätte er mit den Psychiatern geredet, er wäre wohl bald wieder draußen gewesen.“

Hätte, wäre, wenn. Fakt ist, er hat mit Pfäfflin gesprochen. Was hat es ihm gebracht? Ist Ihnen eigentlich schon mal zu Ohren gekommen, dass das Bundesverfassungsgericht geurteilt hat, dass Mollaths Unterbringung seit spätestens 2011 unverhältnismäßig war? Wie können Sie dann bloß kommentieren, dass niemand länger behalten wird als nötig?

Liebe Frau Lakotta, möglicherweise haben Sie ein ähnliches Problem mit der Realität wie Mollath. Mit aller Macht versuchen Sie, Ihre eigene Meinung und Interpretation der Wirklichkeit durchzuboxen. Der eine Unterschied ist, dass ich dies Mollath nachsehen kann, da er sich existenziell bedroht gefühlt hat und einen (vermeintlichen) Abwehrkampf geführt hat. Da mag man sich schon mal „verrennen“. Der zweite und gewichtigere Unterschied ist, dass Ihnen eines der meinungsbildendsten Medien des Landes für ihre Kampagne zur Verfügung steht. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Das ist eine persönliche Abrechnung, obsessiv Recht behalten wollen, auch wenn dafür die Leser manipuliert werden müssen.

Ich habe großes Verständnis für Ihre Situation, in die Sie sich manövriert haben. Status, Prestige und Macht sind die Triebfedern des Lebens. Und Menschen sind bereit, sehr, sehr viel dafür zu tun, das einmal erreichte Maß aufrecht zu erhalten. Allerdings kann man sich da auch schnell in einem Teufelskreis wiederfinden. Ein Phänomen, das bei einigen Akteuren des Falles zu beobachten ist.

Dennoch, und das meine ich dann tatsächlich auch ernst, wünsche ich mir, von Ihnen wieder  Reportagen zu lesen. Irgendwie ist das mehr Ihr Metier.

  1. Und haben Sie da ernsthaft geschrieben, dass öffentlicher Druck den Untersuchungsausschuss erzwang? Ja meine Güte, wo leben wir denn? Da nimmt sich die Bevölkerung einfach heraus, ihre gewählten Vertreter zu kontrollieren. []

45 Kommentare

  1. Max Mustermann sagt

    „Insofern ist es auch wesentlich angebrachter alle Ihre Beiträge als Kommentare zu lesen. Etwas anderes sind sie nicht.“

    Aber, aber Herr Pommrenke, Frau Lakotta verfasst grundsätzlich nur „Stücke“. Wussten Sie das nicht? 😉

  2. Danke an Herrn Pommerenke!

    Mir blieb, mein jahrzehnte alste Abo beim Spiegel nun zu kündigen. Es bleibt einem Zeitzeuge eines ungehörten Niedergangs des Journalismus und zuvieler Wissenschaft zu sein. Immer mehr kristallisiert sich ein neues Beweissystem: die schiere Behauptung verkommt zum Beweis – wofür auch immer!

  3. Andrea Reiß sagt

    Sehr geehrter Herr Pommrenke,

    Sie haben Ihren Text mit „Glosse“ überschrieben. Warum? Es ist eine absolut sachliche und sachgerechte Abrechnung mit dem, was diese Frau L. ungestraft jahrelang abgeliefert hat.

    Vielen Dank dafür, ich hätte es nicht so gut formulieren können. Was ich tun konnte, habe ich getan: das langjährige Familienabo des „ehemaligen Nachrichtenmagazins Spiegel“ unter konkretem Bezug auf die einseitige, missliebige Tatsachen schlicht unterschlagende Berichterstattung der Frau L. gekündigt. Übrigens schon längere Zeit vor dem Prozess.
    Ein Abo der SZ haben wir mit Dank für die umfassende Berichterstattung abgeschlossen.

    Mit freundlichem Gruß

  4. minerva sagt

    Ach- jetzt sind die Verschwörungstheorien eine Erfindung von sta meindl und Frau lakotta??

    herrlich! 🙂

    • Sascha Pommrenke sagt

      Teilweise sind sie das, ja. Nur Meindl und Lakotta haben irgendwelche Verschwörungstheorien behauptet, bei denen alle (!) unter einer Decke stecken. Beide haben mittels Übertreibung versucht jeglichen Gedanken an eine Verschwörung als absurd zu diffamieren. Dadurch sollten vor allem auch Überlegungen zu Absprachen im kleineren Kreis, sowie Intrigen dem Bereich des Möglichen entzogen werden.
      Es geht nicht darum, was wirklich war. Da wissen wir ja gar nichts. Aber wie kann man sich als Journalist Denkverbote auferlegen?

    • Das haben Sie, liebe Frau Minerva völlig falsch verstanden. Lesen noch einmal den Artikel gründlich. Der Autor meint genau das Gegenteil.

      • KogniTief sagt

        Sie können davon ausgehen, dass das von Minerva nicht „falsch verstanden“ wurde. Das war eine rhetorische Kniff 😉

  5. A. Hirsch sagt

    Herr Pommrenke,

    ich habe Ihre Beiträge immer mit viel Genuss gelesen, Ihnen aber nie Feedback gegeben. Jetzt tu ich es endlich: Vielen Dank!

    • Sascha Pommrenke sagt

      Vielen Dank!
      Und den Dank gebe ich gerne zurück. Ihre Kommentare bei Frau Wolff sind sehr bereichernd.

  6. Lothar B. sagt

    Es wird zwar nutzlos sein, aber könnten sie diesen Artikel bitte ausdrucken und auch der Spiegel-Chefredaktion zuschicken, eventuell gar per Einwurfeinschreiben, damit man einigermaßen sichergehen kann, dass sich diese Leute nicht herausreden können, von nichts gewusst zu haben?

    Lakotta dürfte noch schädlicher für den Spiegel sein als Blome. Sie versteht sogar noch weniger vom Handwerk der Gerichts- und Justizreporterin als selbst Alice Schwarzer in ihrer Bild-Zeit.

    Ich jedenfalls habe mein sehr langjähriges Spiegel-Abo vor über einem Jahr wegen Lakotta gekündigt.

  7. Lieber Sascha Pommrenke, Ihr Kommentar ist exzellent. Ich hatte ja in der Schlussphase des Prozesses mit Gustl Mollath einige Probleme. Frau Lakotta hatte in dem in der letzten Wochen erschienenen Ausgabe des SPIEGEL einige Schwachstellen in der Verteidigung (Mollath vor allem mit eingeschlossen) durchaus treffsicher aufzuspießen versucht. Darüber würde ich ja gerne in öffentlicher Diskussion mit ihr reden. Aber so unterirdisch-hämisch das Urteil als Bestätigung und Kompensation des eigenen Leidensweges zu nehmen, ist wirklich abseitig – das zeigt keinen guten Journalismus, geschweige denn einen guten Charakter. Guter Journalismus ist charakterlos, nur der Sache und Information verpflichtet. Davon hat Frau Lakotta nach wie vor keine Ahnung. Lieber Herr Pommrenke: noch einmal Danke!

    • Sarastra sagt

      Lieber Herr Dr. Strate, ich frage mich schon seit längerer Zeit, warum man diese „Journalistin“ nicht zur Rechenschaft zieht? Diese Frau bietet in einer völlig rechtswidrigen Weise eine Platform zur Verharmlosung der Zwangspsychiatrisierung, obwohl gerade der Fall Mollath gezeigt hat, wie einfach es ist, einen Menschen hinter den hohen Mauern der Forensischen Psychiatrie für immer verschwinden lassen kann. Herr Mollath hatte großes Glück, dass einige Medien auf ihn aufmerksam geworden sind, vor allem wegen seiner Vorwürfe gegen die HypoVereinsBank. Sonst säße er immer noch bei Leipziger in Bayreuth. Ich bin auch kein FAn von Herrn Mollath, eigentlich ist er mir überhaupt nicht sympathisch. Aber sein Schicksal hat mein Vertrauen in den Rechtsstaat erschüttert und ich finde, daß Herr Mollath viel zu drastisch bestraft wurde. Aus diesem Grund tut er mir unendlich Leid.

      Die Gefahr der Zwangspsychiatrisierung, die jedem Menschen in diesem Land widerfahren kann (auch Lakotta), scheint Frau Lakotta in einer nicht mehr vertretbaren WEise zu bagatelliesen. Ich halte die Position dieser Frau und ihre manipulative Verharmlosung der Obrigkeitswillkür für sehr gefährlich. Würden weitere, sagen wir 20 Lakottas die Medienlandschaft mit solcher manipulativen Propaganda kontaminieren, hätten wir bald Weimarer Verhältnisse.

      Denn das, was sie seit Jahren über einen absolut offensichtlich zu UNRECHT zwangspsychiatrisierten Menschen schreibt, erfüllt den Tatbestand der üblen Nachrede. Frau Lacotta betreibt eine regelrechte Hexenjagt gegen Herrn Mollath. Das kommt mir langsam aber sicher wie die Propanga in der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte vor. Käme da nicht eine Klage wegen Unterlassung in Betracht, damit diese Dame endlich mal kapiert, dass sie kein Recht hat, tendenziöse und manipulative „Artikel“ in einem wichtigen Medium zu propagieren? Ich würde gegen Frau Lacotta Strafanzeige erstatten, wäre ich selbst betroffen. Das hilft zwar wenig (wir wissen, wie die STAs arbeiten), dies könnte vielleicht diese nichtlernfähige Frau dazu bringen, ihre Position in der Sache zumindest zu revidiren, oder sie zum Nachdenken veranlassen.

      Viele Grüße nach Hamburg

    • Beate Lakotta sagt

      Lieber Herr Strate, dass Sie über mich in irgendwelchen Foren etwas abseiern hat ja schon Tradition. Aber beim eigenen Mandanten nachtreten via Focus-Interview? Das hätte ich von Ihnen nicht erwartet. Hat das eigentlich schon irgendwer kommentiert?
      Gruß
      Beate Lakotta

      • Julius van Lieshout sagt

        Frau Lakotte,
        haben Sie noch irgendeinen Character? Sie treten susammen mit Herr Lapp doch seit Jahre gegen Mollath.
        Und nur erlauben Sie sich über das Verhalten von Herrn RA Strate aufzregen.

        [Ich editiere ja wirklich ungern, aber auch in großer Empörung, der zweite Teil muss nicht sein.]

      • Sarastra sagt

        Zitat Dr. Strate : des eigenen Leidensweges zu nehmen, ist wirklich abseitig – das zeigt keinen guten Journalismus, geschweige denn einen guten Charakter. Guter Journalismus ist charakterlos, nur der Sache und Information verpflichtet. Davon hat Frau Lakotta nach wie vor keine Ahnung. Lieber Herr Pommrenke: noch einmal Danke! “
        Frau Lakotta, ich kann es nicht fassen! Daß Sie zu solch einem Kommentar über Herrn Strates Haltung im Mollath-Prozeß fähig sind, übersteigt sogar meine Fähigkeit zur Steigerung der bereits gefaßten sehr negativen Meinung über Sie. Sie verhalten sich wirklich wie im Kindergarten.

        Warum geben Sie es eigentlich nicht zu, daß Sie sich über Herrn Strates öffentlichen Kommentar zum Fall Mollath eigentlich gefreut haben. Sie platzten gerade vor Schadensfreude. Und anstatt sich bei ihm zu bedanken, machen Sie ihm dies auch noch zum Vorwurf. In der Tat: Sie haben überhaupt keinen Charakter, sie scheinen die Pubertät noch nicht überwunden zu haben. Sie signalisieren in Ihrem Vorwurf an Herrn Strate, daß sie Mollath gegen ihn (Herrn Strate) in Schutz nehmen wollen, oder habe ich was falsch verstanden?

        Herr Strate hatte vermutlich schon seine Gründe für seine Äußerungen über Herrn Mollath nach Abschluß des Prozesses. Diese Äußerungen waren sachlich, ich sah darin keine destruktive Kritik seines Mandanten, sondern lediglich Feststellungen. Über die Auswirkung eines bestimmten Verhaltens seitens Herrn Mollaths auf Herrn Strate kann nur er selbst urteilen.

        Sie haben aber nicht erklärt, was Mollath IHNEN persönlich angetan hat, daß sie eine solche offentliche Hetzkampagne gegen ihn betreiben , wobei Sie den Boden der Sachlichkeit längst überstritten haben.

        Ich meine, vergognatevi
        Sarastra

        • Renate sagt

          @ Sarasta

          Vorwürfe machen Sie Frau Lakotta. Kann es sein das es Ihnen nicht passt, dass Frau Lakotta nicht das schreibt, wie Sie es gerne hätten?

          Ich finde, Frau Lakotta hat das Recht ihre Meinung zu äußern, so wie sie es möchte, auch wenn Sie damit nicht zufrieden sind.

          • Sarastra sagt

            @Renate

            @Renate

            Frau Lakotta erhebt keine Vorwürfe, Frau Lacotta äußert keine Meinung, Frau Lakotta urteilt über andere Menschen, obwohl Sie dazu kein REcht hat. Frau Lacotta betreibt eine völlig ungerechtfertigte Hetzkampagne gegen Herrn Mollath und hantiert mit Vermutungen, Unterstellungen, nicht bewiesen Tatsachen werden von ihr bewußt und zugegebermaßen bewußt manipuliert, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Nein, Frau Lakotta verdient Kritik und zwar völlig berechtigt. Sie soll bestimmte Dinge über die Sie schreibt, vor allem wenn es sich um menschliche Schicksale handelt, nicht aus der Vogelperspektive betrachten, sondern objektiv, wie eine nüchterne, faire Journalistin. Frau Lakotta soll endlich mal den Küchentisch verlassen und den SChreibtisch benutzen für ihre „Artikel“. Alles klar?

            • Renate sagt

              @Sarasta

              All das was Sie ihr vorwerfen, ist das, was Sie bei sich selber nicht sehen können oder wollen. Vielleicht lernen Sie das noch.

              Einen schönen Abend noch.

          • Andreas Wittmann sagt

            Natürlich darf Frau Lakotta ihre Meinung äußern. Dann sollte sie ihre Artikel aber klar als Kommentar kennzeichnen.
            Leider ermöglichen derartige „LaLa“ Artikel aber, vom Presserat unbehelligt zu bleiben, da sebst die schrägsten Aussagen vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt ist…

            Herrn Pommrenke noch meine Hochachtung und mein Dank für diesen als Glosse kaschierten schonungslosen Report!

            Andreas Wittmann

            • Sascha Pommrenke sagt

              Lieber Herr Wittmann,

              fairerweise muss man natürlich dazu sagen, dass der aktuelle Artikel von Frau Lakotta, auf den ich mich hier beziehe, sehr wohl als Kommentar gekennzeichnet ist.
              Aber, wie ich ja auch schrieb, sind die anderen Artikel, die nicht als solche gekennzeichnet sind, reichlich zu kritisieren.
              Beschwerden beim Presserat halte ich im Übrigen für den Aufwand nicht wert. Da reichen Leser Beschwerden ein, die mehr oder weniger gut recherchiert sind und dann kommt ein Medienanwalt des zu rügenden Organs und zerpflückt die Anklage formaljuristisch. Da ist bereits das System absurd. Es handelt sich schließlich gerade nicht um eine juristische Anklage, sondern um eine moralische.
              Auch die Zusammensetzung des Rates (bzw. des jeweiligen Gremiums) halte ich für problematisch.

              Ansonsten, vielen Dank!

  8. Sarastra sagt

    bitte, die orthographischen Fehler zu entschuldigen, meinte natürlich „revidieren“ und „verschwinden zu lassen“

  9. KogniTief sagt

    Herr Pommrenke,

    auch von meiner Seite noch einmal ein Dankeschön für die rhetorischen Leckerbissen, welche Sie stets analytisch, treffsicher und am Inhalt orientiert verfassten! Sie schaffen es immer wieder, diese „Journalisten“ mit ihren eigenen Waffen – nämlich ihren eigenen Zitaten – zu schlagen und führen Sie vor, wie sie sich selbst vorführen.
    Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ein solcher Gegenkommentar mal in einem offiziellen Medium veröffentlich würde. Aber das scheint leider nicht möglich zu sein.
    Frau Lakotta wird Sie wohl nicht als würdig genug erachten, um auf Sie zu reagieren wie im Falle des Herrn Garcia. Sie könnte es wohl auch nicht – das zeigt ja ihr eigener Kommentar im Spiegel.

    MfG
    KogniTief

    • Sascha Pommrenke sagt

      Lieber KogniTief,

      genau genommen macht das Frau Lakotta schon gut und richtig. Es ist aus ihrer Perspektive wenig sinnvoll in eine Diskussion mit mir zu treten. Bisher hatte sie das auf Twitter auch so gehalten, dass sie nicht auf andere Nutzer eingeht. In den letzten Tagen hat sie sich hingegen ein paar mal geäußert. Das hätte sie lassen sollen.
      Jedenfalls finde ich es völlig legitim, dass sie mir keine größere Bühne bieten möchte. Es würde auch eh nichts ändern.

      Wahrheit ist Glaubenssache. Und wie man in den Foren und Kommentaren lesen kann, sind die Fronten verhärtet. Die Meinungsbildung ist abgeschlossen. Wer Lakotta für redlich hält, wird auch weiterhin ihrer Version folgen. Wer hingegen Zweifel an dieser Wirklichkeit hat, wird sich andere Informationsquellen suchen.

      Das sind ganz normale Dissonanzreduktions-Strategien. Bei ihr, bei mir.

      Das Einzige was ich als Wertemaßstab anlegen wollen würde, ist, wie wir mit anderen Menschen umgehen wollen. Egal, ob mir deren Wirklichkeitsdeutung gefällt oder nicht. Und da missfallen mir einige vermeintliche Mollath-Unterstützer genauso, wie mir einige Journalisten und selbsternannte Wahrheitswächter bei Psiram oder in Reihen der Psychiatrie missfallen.

      • KogniTief sagt

        Ich verstehe Sie vollkommen und Sie haben recht: Wahrheit ist Glaubenssache. Und Wirklichkeit ist subjektiv, wie wir gesehen haben.

        Ich akzeptiere auch, dass es andere Auffassung gibt. Was ich jedoch nicht akzeptieren kann, wie Sie ja auch anprangern, dass Fakten verzerrt oder verbogen werden, um die eigene Wahrheit zu rechtfertigen (Stichwort 129 Autoreifen etc. pp.). Das ist die Mindestredlichkeit, die ich von Journalisten mit Qualitätsanspruch erwarten kann.

        Was die „große Bühne“ angeht, so zeigte sich ja auch im Kleinen, dass Frau Lakotta an keinerlei Diskurs interessiert zu sein schien, indem sie sehr selektiv und begrenzt auf negative oder (weniger) reißerische Artikel gegen Mollath die Kommentarfunktion (nicht) zuließ. Ein weiteres methodisches sowie dissonanzstrategisches Mittel, dass mich ihr gegenüber skeptisch macht.

        „Egal, ob mir deren Wirklichkeitsdeutung gefällt oder nicht. Und da missfallen mir einige vermeintliche Mollath-Unterstützer genauso, wie mir einige Journalisten und selbsternannte Wahrheitswächter bei Psiram oder in Reihen der Psychiatrie missfallen.“

        Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Auch mir sind manche sogenannten „Unterstützer“ sauer aufgestoßen, weil sie das Thema Mollath zu ihrem Thema – oft undifferenziert – machen wollten (siehe Heidingsfelder, zweifelhafte T-Shirt-Träger und andere, die eine Bühne suchten).

      • themis sagt

        Ihre und Kognitiefs Behauptung, Wahrheit sei Glaubenssache und rein subjektiv, möchte ich doch einmal in Frage stellen. Der radikale Relativismus ist keine konsistente Position. Wozu diskutieren und argumentieren so viele Leute bezüglich der Frage ob Mollath nun tatsächlich seine Frau geprügelt hat oder nicht oder ob dieselbe ihn absichtlich in die Psychiatrie verfrachtet hat etc., wenn es nur um eine Frage des Glaubens ginge? Das sind Tatsachen- und nicht Glaubensfragen. Und diese Tatsachen lassen sich mit verschiedenen Mitteln als solche aufzeigen – mehr schlecht als recht und manchmal auch gar nicht, aber das bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt. Der Glaube kommt da ins Spiel, wo man bestimmte Tatsachen zur Rechtfertigung eigener Überzeugungen heranzieht und andere nicht; das ist aber eine Frage des Willens und der Entscheidung und nicht der Tatsachen. Und auch die Moral kommt ins Spiel, nämlich dort, wo man zwar genau weiß, dass eine bestimmte Auffassung nur durch eine einseitige Auswahl an Tatsachen gerehtfertigt werden kann, man aber trotzdem in seinen Äußerungen die Existenz dieser Fakten verschweigt und seine Position gebraucht, um einseitig zu informieren. Das ist natürlich ebenfalls eine Frage des Willens und der Entscheidung. Man kann also sagen: Frau Lakotta hat sich entschieden, eine bestimmte Position und Perspektive bezüglich der causa Mollath zu verteidigen, und zu diesem Zweck die Öffentlichkeit einseitig zu informieren und eine Vielzahl von Fakten zu verschweigen. Dagegen kann man anscheinend juristisch nicht vorgehen, sondern man kann sie nur moralisch kritisieren und verantwortlich machen. Zugestehen muss man hier höchstens, dass jeder sich entscheiden kann und können muss wie er will.
        Solange man nicht gezwungen ist, sich mit einem Thema unvoreingenommen auseinanderzusetzen, kann man bei einer einseitigen Entscheidung bleiben, ohne mit sich selbst in Widerspruch zu geraten. Allerdings könnte der zunehmend schrille und hysterische Ton von Frau Lakottas Äußerungen, deren Höhepunkt der Gegenstand ihrer Glosse ist, darauf hindeuten, dass es ihr nicht mehr ganz leicht fällt, die unübersehbaren Fakten, was etwa die Glaubwürdigkeit der Frau M. betrifft, auszublenden, auch nicht einmal mehr theoretisch. Ich könnte noch akzeptieren, dass jemand sagt, er entscheide sich, eine bestimmte Sache aus einer einseitigen Perspektive darzustellen, die bisher vernachlässigt wurde (was man ja von der Perspektive der Ehefrau, der Justiz, der Psychiatrie und der Politik in dieser Angelegenheit nicht wirklich sagen kann …), dann muss man aber auch, wenn die Widersprüche zu groß werden, zugeben, dass die Verteidigung der Perspektive gescheitert ist. Ich glaube, dieser Punkt ist bei Frau Lakotta erreicht und überschritten.

        • Sascha Pommrenke sagt

          Das sind Tatsachen- und nicht Glaubensfragen. Und diese Tatsachen lassen sich mit verschiedenen Mitteln als solche aufzeigen – mehr schlecht als recht und manchmal auch gar nicht, aber das bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt.

          Vielen Dank für diesen Beitrag. Der gibt mir die Gelegenheit meine Position zu verdeutlichen. Ich gebe Ihnen nämlich Recht. Selbstverständlich sind die begangenen (oder nicht begangenen) Taten Tatsachen.

          Wahrheit ist Glaubenssache meint auch nicht eine relativistische Position einzunehmen. Ein Beispiel, dass gegen diese Position angeführt wird, verdeutlicht das ganz gut, wie ich finde. Die Frage nach dem halbvollen Glas, wird von radikalen Konstruktivisten genutzt, um ihre Position zu verdeutlichen, dass alles relativ sei. Schließlich sei für den einen das Glas halbvoll und für den anderen halbleer. Es ist also eine Glaubensfrage, ob das Glas halbvoll oder halbleer ist. Es ist hingegen keine Glaubensfrage, ob es sich um ein Glas handelt! Da sind sich dann doch alle einig.

          Und eben so eine Position vertrete ich. Die Deutungen der Welt, also auch der Tatsachen sind subjektiv und immer relational und relativ – eben eine Glaubensfrage. Aber diese Deutungen bewegen sich dennoch innerhalb eines gemeinsamen geteilten Bezugsrahmens. Nun darf man dabei allerdings nicht die Machtchancen unterschiedlicher Akteure aus der Betrachtung ausschließen. Wenn ich behaupte, dass das Urteil von 2006 ein Unrechtsurteil ist, dann lesen das relativ wenige Menschen und noch weniger werden sich davon beeindruckt zeigen. Wenn Beate Lakotta im SPIEGEL behauptet im Kern war das Urteil auch damals schon richtig, dann erreicht sie Millionen Leser. Und eine nicht geringe Anzahl Leser glaubt dass der SPIEGEL immer dicht an der Wahrheit schreibt. Ist ja schließlich der SPIEGEL. Und schon haben wir einen gemeinsamen Bezugsrahmen: die Taten am 12.08.2001. Von denen wir nichts wissen und weswegen wir den Wirklichkeitskonstrukteuren glauben müssen oder uns einer alternativen Deutung zuwenden, weil wir dieser eher Glauben schenken wollen und können – das ist dann wieder der subjektivere Teil. Insgesamt ist das natürlich alles noch viel komplizierter – schließlich sucht sich niemand seine Wirklichkeitsinterpretation einfach so aus. Vielmehr prägt sich diese Deutung im Laufe des Sozialisationsprozesses ein.

          Der Glaube kommt da ins Spiel, wo man bestimmte Tatsachen zur Rechtfertigung eigener Überzeugungen heranzieht und andere nicht; das ist aber eine Frage des Willens und der Entscheidung und nicht der Tatsachen.

          Das halte ich als Soziologe in dieser Absolutheit für nicht richtig. Norbert Elias (ein Klassiker der Soziologie) hat es mal so formuliert (aus der Erinnerung zitiert): „Allen beabsichtigten Handlungen liegen unbeabsichtigte Abhängigkeiten (Interdependenzen) zugrunde.“ Unsere Entscheidungen haben eben einen bestimmten Spielraum. Man kommt dem Verstehen dann näher, wenn man die Zwänge aufzudecken vermag, welche die Handlungen der Menschen bedingen. Im Falle von Mollath müsste man Frau Lakotta mal fragen, wie es dazu kam, dass ZEIT, SPIEGEL und Tagesspiegel zeitgleich eine sehr sehr ähnliche Geschichte platzierten. Dann kommt man auch den zwängen näher, denen Frau Lakotta unterliegt.

          Und auch die Moral kommt ins Spiel, nämlich dort, wo man zwar genau weiß, dass eine bestimmte Auffassung nur durch eine einseitige Auswahl an Tatsachen gerechtfertigt werden kann, man aber trotzdem in seinen Äußerungen die Existenz dieser Fakten verschweigt und seine Position gebraucht, um einseitig zu informieren. Das ist natürlich ebenfalls eine Frage des Willens und der Entscheidung. Man kann also sagen: Frau Lakotta hat sich entschieden, eine bestimmte Position und Perspektive bezüglich der causa Mollath zu verteidigen, und zu diesem Zweck die Öffentlichkeit einseitig zu informieren und eine Vielzahl von Fakten zu verschweigen.

          Ich stimme Ihnen zu. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass die Entscheidungen so frei waren. Aber, deshalb auch meine Artikel. Ich kritisiere ja vor allem einen verschobenen Wertemaßstab.

          Ich könnte noch akzeptieren, dass jemand sagt, er entscheide sich, eine bestimmte Sache aus einer einseitigen Perspektive darzustellen, die bisher vernachlässigt wurde (was man ja von der Perspektive der Ehefrau, der Justiz, der Psychiatrie und der Politik in dieser Angelegenheit nicht wirklich sagen kann …), dann muss man aber auch, wenn die Widersprüche zu groß werden, zugeben, dass die Verteidigung der Perspektive gescheitert ist. Ich glaube, dieser Punkt ist bei Frau Lakotta erreicht und überschritten.

          Ja, das denke ich auch. Wobei ich hier die gleichen Maßstäbe an mich anlege, wie an Frau Lakotta. Und das bedeutet, dass wir alle eine bestimmte Sicht auf diesen Fall haben. Und man kann ihn eben auch aus einer anderen Perspektive betrachten. Nämlich die Perspektive die Frau Lakotta von Anfang an vertreten hat. Auch aus dieser Perspektive ergeben die Indizien und die Aussagen der Zeugen einen Sinn. Und aus dieser Perspektive sieht es eben so aus, als wenn die „Mollath-Anhänger/Fans“ (was auch immer) sich hysterisch der Realität verweigern. Schließlich habe das Wiederaufnahmeverfahren deutlich gezeigt, dass Mollath ein seltsamer Kauz ist und dass man ihm die taten nur nicht mehr nachweisen kann, weil das alles soweit zurückliegt. Das Urteil macht aus dieser Perspektive natürlich auch Sinn.

          Und deshalb ist es m.E. am Ende eben doch Glaubenssache. Welcher Version schenke ich mehr Glauben. Was klingt plausibler.

          Dieses Dilemma wäre selbstverständlich zu umgehen gewesen. Denn es gab ja mal ein reales Geschehen. Und dieses hätte aufgedeckt werden müssen. Dazu hätte es z.B. investigativer Journalisten bedurft, die sich nicht mit dem persönlichen Schicksal von Gustl oder Petra Mollath zufrieden geben. Aber das ist nun mal der aktuelle Journalismus. Immer schön personalisieren. Es geht um Geschichten. Nie um die Wahrheit.

          • themis sagt

            Danke, das hat mir Ihre Position verständlicher gemacht. Ich gebe zu: wenn ich von einer Sache der Entscheidung und des Willens rede, scheine ich sehr viel an Willensfreiheit vorauszusetzen. Ich möchte das aber nicht so verstanden wissen, als ob man sich immer oder überhaupt entscheiden könne, etwas zu glauben. Ich meine jedoch, man kann sich immer entscheiden, wie man mit seinem Glauben umgeht: hält man unter allen Umständen an ihm fest, stellt man ihn zur Disposition, diskutiert man über ihn, zieht man ihn in Zweifel etc. Und auch, wenn man in dieser Hinsicht – der Frage, inwiefern der Mensch freien Zugriff auf seine eigenen Gedanken hat – verschiedener Meinung ist, und diese Frage hier ja auch zu weit führt: Frau Lakotta hat sich doch eindeutig dahingehend geäußert, dass ihre Position auf Entscheidung und Willen zurückgeht. Sie wollte diese Anti-Mollath-Perspektive vertreten und hat diesen Willen auch durch die Tat bis zu ihrem letzten Kommentar realisiert. Insofern muss sie sich die Position als eine zuschreiben lassen, die sie willentlich einnimmt und vertritt. Ihre Meinung ist also nicht einfach die Folge eines „Weltbildes“, in das hinein Frau Lakotta sozialisiert wurde.
            Sie schreiben: „Und schon haben wir einen gemeinsamen Bezugsrahmen: die Taten am 12.08.2001. Von denen wir nichts wissen und weswegen wir den Wirklichkeitskonstrukteuren glauben müssen oder uns einer alternativen Deutung zuwenden, weil wir dieser eher Glauben schenken wollen und können – das ist dann wieder der subjektivere Teil.“ Auch hier würde ich widersprechen. Es ist doch nicht so, als hätte wir in den Taten vom 12.8.2001 – falls es sie gab – ein unbekanntes Ding an sich, auf das wir nun nach Belieben unsere Wirklichkeitskonstruktionen anwenden. Vielmehr gibt es andere Dinge, die ihrerseits Tatsachen sind, z.B. Zeiträume, Aussagen, Atteste, was auch immer – aus denen wir auf jene Ereignisse schließen können (und darin bestehen ja gerade die umständlichen Versuche der Wahrheitsfindung). Und sofern wir uns in einem Rahmen bewegen, in dem die gleichen oder wenigstens ähnliche Übereinkommen bezüglich der Gültigkeit von Schlußfolgerungen bestehen (was nicht viel mehr bedeutet, als dass wir gewissen gemeinsamen Standards der Rationalität folgen), dann ist es nicht „subjektiv“, ob wir diese Schlüsse ziehen und ihre Wahrheit anerkennen. Es ist allerdings subjektiv, ob wir sie ziehen wollen und uns entscheiden, das zu tun. Ich bin ganz sicher, Frau Lakotta beansprucht, genauso rational zu sein, wie Sie und ich, ja wahrscheinlich sogar noch viel rationaler. Dann muss sie aber auch die Argumente der Gegner widerlegen und darf sie nicht einfach übergehen und ignorieren. Der Wolff-Blog z.B. ist voll von Argumenten gegen die Lakotta-Position, die sich auf sachliche Gründe stützen. Bei ihr suche ich das vergebens. Ergo: Frau Lakotta hat sich entschieden, eine bestimmte Position nicht durch sachliche Gründe und inhaltliche Auseinandersetzung zu vertreten und zu verbreiten, sondern durch Auslassung von Gründen und Tatsachen. Das hat nichts mit subjektiver Wahrheit zu tun, sondern mit bewusster Manipulation.

            • Sascha Pommrenke sagt

              Ich stimme Ihnen ja zu, dass Frau Lakotta sich für diese Deutung entschieden hat. Ich betrachte es auch nicht als entweder-oder, sondern als sowohl-als-auch. Wir alle unterliegen bestimmten Zwängen und entscheiden uns innerhalb eines mehr oder weniger weiten Spielraumes.
              Sie hätte sich anders entscheiden können. Und sie hätte auch zu zahlreichen Zeitpunkten ihre Position relativieren können. Das hat sie nicht getan.
              Warum? Da können wir nur spekulieren.
              Im Ergebnis hat sie die Leser aber manipuliert. Da teile ich ihre Meinung vollkommen.

  10. Marcus H. sagt

    Klasse.
    Mir geht Frau Lakotta auch sehr gegen den Strich. Wenn ich das lese, ich werd *aggro* so einseitig schreibt sie. Als gehöre sie zu einer Task-Force und vertritt deren Schadenbegrenzung nach Aussen. Da fehlt es an Abstand, halbwegs Neutralität. Der letzte Artikel war erneut schlimm. Die hier zitierten Sätze allein…dazu die Wortwahl…*puh, hammerhart*.
    Wenn man für den Spiegel schreibt, dann muss man doch Anstand haben und den journalistischen Grundsatz, den Hans Joachim Friedrichs mal aufstellte wenigstens halbwegs beherzigen. (und schön ist die Erinnerung: rein zufällig auch mir als Jungspund mit Anfang 20, in Beisein von Peter Boenisch vor langer Zeit auf Sylt erzählte. Und beide merkten an, wie schwer es oftmals ist sich eben nicht mit einer Sache gemein zu machen…aber wenns so kommt klar markieren, dass das dann die persönliche Einschätzung ist)
    Allerdings, wenns danach ginge, dann müsste sie ja 50%plus ihrer Kommentarwerke kennzeichnen oder ändern 😉

    Was nicht sein kann, nicht sein darf !? Hätten wir Frau Lakotta vor 2 Jahren gefragt, ob sie sich Uli Hoeness wegen Steuerhinterziehung vor Gericht und anschliessend im Gefängsnis vorstellen könnte, VERSCHWÖRUNG gegen UH hätte sie vermutlich geschrien 😉 Never !
    Und unendlich viele dazu.
    Es kam anders, nicht immer ist alles so einfach und wie es scheint. Der Sumpf bei UH wird gross sein, wir haben gar nichts wirklich erfahren. Und auch bei Mollath wissen wir vieles nicht genau, im Gegensatz zu Frau L.

    Immerhin haben viele überall erneut volle Breitseite getextet, BRAVO ! Die machen mich glücklich.

    MFG

  11. Heinrich Lose sagt

    Ich weiß nicht, wie oft ich dem Spiegel geschrieben habe, dass ich nach Jahrzehnten als treuer Leser das Heft nicht mehr kaufen kann, wenn man Leuten wie Lakotta eine Plattform Grenzen bietet. Es war dem Spiegel nicht mal eine Antwort wert…

  12. Julius van Lieshout sagt

    Herr Pommrenke,

    vielen Dank für diese Glosse. Vielleicht finden sich die LaLa mal in der Gosse.
    Sie (LaLa) sollten mal nach Israel oder Syrien gehen, um von dort zu berichten.
    Sie werden sicherlich etwas anders sehen als die Weltöffentlichkeit.

  13. the stef sagt

    Lieber SP,

    vielen vielen Dank ! Sie haben einen neuen „Fan“

    Teilweise verspürte ich in mir schon Ansätze von Wut, Sie habe dies mit Worten ausgedrückt wie ich es nicht im Stande gewesen wäre.

    Mir persönlich blieb nur den Spiegel nicht mehr zu kaufen und auch online nicht mehr zu lesen. Wobei ich mich immer noch Frage ob man sich über Jahrzehnte wirklich so im Spiegel geirrt haben kann.

    Zum anderen habe ich meinen Frieden mit dieser Person gemacht indem ich versucht habe mich in diese Bedauernswerte „Journalistin“ hineinzuversetzen. Dieses Video ( http://www.youtube.com/watch?v=3xQFrvd3OLA ) hat mir dabei sehr geholfen.

    Wie ich finde lässt sich hier für alle Facetten eine Erklärung für diese Traurige Gestalt finden.
    (Davon ausgeklammert meine ich das Thema und die Intention dahinter!)

    Mein Mitgefühl, Fr. Lakotta

  14. Susanne sagt

    „Es sind meinungsbeeinflussende Wertungen unter dem Deckmantel eines recherchierenden Journalismus“

    „Der zweite und gewichtigere Unterschied ist, dass Ihnen eines der meinungsbildendsten Medien des Landes für ihre Kampagne zur Verfügung steht. Mit Journalismus hat das nichts zu tun. Das ist eine persönliche Abrechnung, obsessiv Recht behalten wollen, auch wenn dafür die Leser manipuliert werden müssen“.

    „Schön, dass Sie auch noch einmal Ihre letzte und eigentlich auch wichtigste Methode vorführen: Manipulation durch Auslassung“.

    Herr Pommrenke, Sie bringen es auf den Punkt!
    Danke für diese klaren Gedanken!

    Frau Lakotta mit dem Begriff „lakottaesk“ zu belegen ist zuviel der Ehre.
    Sie steht nicht im „Zentrum der Macht“.

    Sie „berichtet“ (ihre „Stücke“ ) über die Causa Mollath hm, wie soll ich es (nicht allzu frech) sagen…..wie ein schreibender „Kommunikations“-Gorilla.
    Leider setze ich damit den Gorilla als Tier ins Unrecht. Er ist nicht aggressiv.

  15. gast sagt

    Klaeren sie doch erstmal, ob hier nicht mit gefakten kommentaren , angeblich v strate u lakotta , gearbeitet wird, bevor sie hier den lauten moralapostel geben.

    • Sascha Pommrenke sagt

      Im Falle von Gerhard Strate habe ich keinen Grund zu der Annahme, dass es nicht sein Kommentar ist. Im Falle von Frau Lakotta habe ich extra bei ihr nachgefragt und sie hat bestätigt, dass der Kommentar von ihr ist. Insofern können sich nun alle als Moralapostel geben, so sie denn wollen.

    • Sascha Pommrenke sagt

      Lieber Gast,
      warum sollte ich das tun? Ich schrieb doch: „Im Falle von Gerhard Strate habe ich keinen Grund zu der Annahme, dass es nicht sein Kommentar ist.“
      Wenn Ihnen so viel daran liegt -warum auch immer – schreiben Sie doch einfach eine E-Mail an Herrn Strate. So wie ich ihneinschätze, ist er sehr freundlich und umgänglich, so man denn selbst freundlich ist.

    • Sascha Pommrenke sagt

      Dann versuche ich es mal anders: Was lässt Sie denn vermuten, dass es nicht Herr Strate war? Und vielleicht auch noch: Warum ist das so wichtig für Sie?

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