Über Mich

Humana conditio ist ein privates publizistisches Angebot von Sascha Pommrenke | Diplom Sozialwissenschaftler, Autor und Publizist

Sascha PommrenkeGeboren 1975 in Wolfenbüttel, aufgewachsen in Celle und mittlerweile Hannoveraner. Studium an der Leibniz Universität Hannover: Soziologie, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft im Hauptfach und Rechtswissenschaft im Nebenfach. Nach einigen Jahren in der Hoschulforschung (im Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung) kehre ich zu meinen ursprünglichen und intrinsischen Interessen zurück: Recherchieren, Analysieren, Synthetisieren und möglichst verständlich (be)schreiben. Dabei versuche ich soziologische wie sozialpsychologische Erklärungszusammenhänge mit einfließen zu lassen. Denn Wissenschaft, die sich im „Elfenbeinturm“ nur mit sich selbst beschäftigt, macht sich überflüssig.

Im Zentrum dieser Seiten steht immer die humana conditio. Die besonderen menschlichen Bedingungen, das Wesen der Menschen. Dazu gehören vor allem Konflikte und gewalttätige Auseinandersetzungen. Diese betrachte ich jedoch nicht als anthropologische Konstante, sondern die Fähigkeit zur Grausamkeit, zu Mord, Totschlag, Krieg, Gewalt, Folter, Demütigung, Erniedrigung, Abwertung und Entmenschlichung ist die anthropologische Konstante. Menschen haben eine Disposition zum Tätersein. Das ist es, was hier im Mittelpunkt steht. Die Beobachtungen der Menschen als Täter und Opfer. Damit will ich Peter Gleichmanns aufklärerischer Idee folgen, darüber zu sprechen.

„Gegenseitiges Töten und das Sprechen der Lebenden davon sind tabui­siert; es bestehen nahezu univer­sale Tötungstabus. An die einzelnen Getöteten mögen sich deren Angehörige erinnern. Die große Masse der Getöteten ver­schwindet aus dem ‚Kollektivgedächtnis‘ der Staatsgesellschaften – bitter, das festzustellen – sehr rasch.“

„Zumindest das offene Sprechen vom gewalt­samen und massenhaften Töten be­ginnen Menschen bereits zu lernen.“

Neben der physischen Gewalt in seinen brutalen Auswüchsen des „massenhaften Tötens“ soll hier aber auf alle Formen der Gewalt und Bedingungen der Gewalt der Fokus gelegt werden.

humana conditio

„Wenn man versuchen wollte, das Schlüsselproblem jedes Zivilisationsprozesses auf seine einfachste Formel zu bringen, dann könnte man sagen, es ist das Problem, wie Menschen für ihre elementaren animalischen Bedürfnisse im Zusammenleben miteinander Befriedigung finden können, ohne daß sie sich bei der Suche nach dieser Befriedigung immer von neuem gegenseitig zerstören, frustrieren, erniedrigen oder in anderer Weise schädigen, also ohne daß die Befriedigung der elementaren Bedürfnisse des einen Menschen oder der einen Gruppe von Menschen auf Kosten der Bedürfnisbefriedigung eines anderen oder einer anderen Gruppe geht.“

Norbert Elias, Studien über die Deutschen.

„Humana conditio, das Los der Menschen. Ich habe dies als Richtpunkt für das, was ich hier zu sagen habe, unter anderem deswegen gewählt, weil die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Menschen, die wir Kriege nennen, soweit wir zurückschauen können, zum Schicksal, zu den Lebensbedingungen der Menschen gehören.“

„[…],die uralte Furcht einer Menschengruppe vor der Vernichtung durch eine andere. Sie ist eine bisher unabänderliche Lebensbedingung der Menschen, eine Conditio Humana. […] Zu der Furcht vor der physischen Bedrohung gesellt sich auf beiden Seiten eine andere, Die Furcht vor Bedrohung der eigenen sozialen Einrichtungen und vor dem Sinn. Und Wertverlust im Gefolge ihrer Zerstörung. Als treibender Kraft der Feindseligkeit, der unablässigen gegenseitigen Verteufelung, kommt dieser Furcht keine geringere Bedeutung zu als der Furcht vor der physischen Vernichtung und Zerstörung.“

„Menschen sind nicht in der Lage, den Tod abzuschaffen. Aber sie sind ganz gewiß in der Lage, das ge­gen­seitige Töten abzuschaffen.“

Norbert Elias, Humana conditio. Beobachtungen zur Entwicklung der Menschheit am 40. Jahrestag eines Kriegsendes (8. Mai 1985).

 

Schwerpunkte meines Forschungs- und Erkenntnisinteresses sind:

  • Gesellschaftstheorie (Norbert Elias Prozesssoziologie)
  • Selbstwerttheorie (Etablierte & Außenseiter, soziale Ungleichheit)
  • Gewaltforschung (Chauvinismus, Superiorität, totale Situationen)
  • Herrschaftssoziologie (Machtstrukturforschung, Elitensoziologie)
  • Wissenssoziologie (gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Verschwörungstheorien)
  • Medienkompetenz (Public Relation, Propaganda, Werbung)
  • qualitative Sozialforschung (Methodik und Methodologie)

 

 

Veröffentlichungen

Artikelserie zum Terrorismus der westlichen Welt bei Telepolis

Teil 1: Kriege, Kriegsverbrechen und Propaganda

Teil 2: Staatsterrorismus, Tyrannei und Folter

Teil 3: Hybride Kriegsführung, verdeckte Operationen und geheime Kriege

Fachartikel

Pommrenke, Sascha u. Marcus Klöckner (2013). Konstruierte Wirklichkeit: Gibt es eine Generation 9/11? In: Soziologie Heute. Das soziologische Fachmagazin. 6. Jahrgang, Heft 27, Februar 2013, S. 18-22

Pommrenke, Sascha (2015). Der Fall Mollath. Sicherheit und Normalität. In: Sicher ist sicher, 66. Jahrgang, Heft 02.15, S. 82-86

Buchbeitrag

Pommrenke, Sascha (2013). Sinnvoller Unsinn – Unheilvoller Sinn. In: Anton, Andreas; Schetsche, Michael; Walter, Michael K. (Hrsg.): Konspiration. Soziologie des Verschwörungsdenkens. Springer VS, Wiesbaden 2013. S. 301-326

Herausgebertätigkeit

Wendt, Björn / Marcus B. Klöckner / Sascha Pommrenke / Michael Walter (Hrsg.): Wie Eliten Macht organisieren. Bilderberg & Co.: Lobbying, Think Tanks und Mediennetzwerke. VSA, Hamburg 2016.

Pommrenke, Sascha u. Marcus Klöckner (Hrsg.): Staatsversagen auf höchster Ebene. Was sich nach dem Fall Mollath ändern muss. Westend, Frankfurt am Main 2013.

Zeitungs- und Zeitschriftenartikel

Klöckner, Marcus B. und Sascha Pommrenke (2014). Der Fall Mollath offenbart ein Staatsversagen. In: Hintergrund. Das Nachrichtenmagazin. 1/2014. S.78-81.

Ein Freispruch für Bayerns Justiz | Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau 13. August 2014

Interview

Kriminelle Flüchtlinge integrieren statt ignorieren. Interview von Viktor Funk, Frankfurter Rundschau | http://www.fr-online.de/kultur/interview-kriminelle-fluechtlinge-integrieren-statt-ignorieren,1472786,33581270.html | Auch in der Printausgabe, dort mit dem Titel „Die Emanzipation der Frauen führt zu einer Zivilisierung des Mannes“

Justizskandal Gustl Mollath: „Totalausfall des kritischen Journalismus“. Interview von Bianca Blei, der Standard.at. | http://derstandard.at/1381374170447/Justizskandal-Gustl-Mollath-Totalausfall-des-kritischen-Journalismus

Die Lüge von der Zivilisiertheit der „westlichen Welt“. Interview von Jens Wernicke für die NachDenkSeiten. | http://www.nachdenkseiten.de/?p=27768

Onlineveröffentlichungen

http://www.heise.de/tp/autor/saschapommrenke

Ein Freispruch für Bayerns Justiz | Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau | http://www.fr-online.de/meinung/gustl-mollath-ein-freispruch-fuer-bayerns-justiz,1472602,28112912,view,asFirstTeaser.html | Auch in der Printversion

Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer – die Tartüfferie „des Westens“ | http://www.nachdenkseiten.de/?p=26555